Blaues Kreuz Wuppertal Mit dem „Drachenherz“ gegen das Tabuthema

Wuppertal · Das Heranwachsen in einer suchtbelasteten Familie ist keineswegs selten: In Deutschland lebt – zumindest zeitweise – etwa jedes sechste Kind mit einem suchtkranken und/oder psychisch erkrankten Elternteil zusammen. Das Blaue Kreuz Deutschland mit Sitz in Wuppertal will mit dem vertraulichen und niederschwelligen Unterstützungsangebot „Drachenherz“ helfen.

 Das Blaue Kreuz will betroffenen Kindern und Jugendlichen ein Lächeln schenken.

Das Blaue Kreuz will betroffenen Kindern und Jugendlichen ein Lächeln schenken.

Foto: nathan-dumlao/unsplash

Je nach Ausprägung entstehen vielfältige psychische Belastungen für die Kinder und Jugendlichen. Ziel sei es, sie zu erreichen und ihnen Zukunft zu schenken.

„Da Sucht in unserer Gesellschaft und den Familien weiterhin ein ,Tabuthema‘ ist, bedarf es, um die Annahme von notwendigen Unterstützungsangeboten zu fördern (oder zu erleichtern), einer vertrauensvollen Beziehung. Daher bietet ,Drachenherz‘ eine kostenlose Beratung für betroffene Kinder, Jugendliche, Eltern und Familien sowie Bezugspersonen von betroffenen Kindern und Jugendlichen an. Diese unterliegt selbstverständlich der gesetzlichen Schweigepflicht“, so das Blaue Kreuz.

Darüber hinaus gibt es an einigen Orten spezielle Gruppenangebote für betroffene Kinder und Jugendliche. Die Gruppen sind freizeitpädagogisch sowie thematisch orientiert und haben das Ziel, Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern, ihre Resilienz zu steigern und ihnen eine gute Zeit zu ermöglichen.

„Sie erleben oft das erste Mal, nicht alleine mit ihren Problemen zu sein. Innerhalb der Gruppenstunden haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, mit Gleichaltrigen Spaß zu haben, über Sucht-/psychische Erkrankungen in ihrer Familie zu sprechen, Schuldgefühle abzubauen, sinnvolle Verhaltensstrategien zu erlernen und ihren Selbstwert zu stärken“, heißt es.

Am 1. Dezember 2021 ist eine Weihnachtsspendenaktion für die „Drachenherz“-Angebote und damit für Kinder aus suchtbelasteten Familien gestartet: „Da diese Kinder in den Zuständigkeiten der Leistungsträger immer noch zwischen den Stuhlen sitzen, sind die Hilfsangebote existenziell von weiterer finanzieller Unterstützung abhängig.“