„Bergischer Meer-Wert-Becher“: Gemeinsam gegen den Müll

„Bergischer Meer-Wert-Becher“ : „Meer-Wert-Becher“: Gemeinsam gegen den Müll

Der zu 100 Prozent recyclingfähige „Bergische Meer-Wert-Becher“ soll das Städtedreieck umweltfreundlicher machen und sein Pfandsystem den Verbrauch von Coffee-to-go-Einwegbechern eindämmen. Jeder kann dabei mitmachen.

Die Bilder der plastikverseuchten Weltmeere dürfte mittlerweile jeder kennen – und sie sollten niemanden mehr unberührt lassen. Zehn Millionen Tonnen Kunststoff sammeln sich Schätzungen zufolge jedes Jahr neu in den Ozeanen an: Unter anderem verursacht durch die allseits beliebten Coffee-to-go-Einwegbecher, die man hierzulande an jeder Straßenecke bekommt.

Das Problem bei der Sache: Die meisten Becher sind aus nicht recycelbarem Plastik – und das hält sich ganze 450 Jahre auf unserem Planeten, bis es sich zersetzt. Um dieser Entwicklung zumindest auf regionaler Ebene entgegenzuwirken, schlossen sich die Kommunen des Bergischen Städtedreiecks jetzt zusammen und präsentierten am Mittwoch im „Okavango“-Restaurant des Grünen Zoos den „Bergischen Meer-Wert-Becher“. Wie sein Name schon sagt, soll er die Weltmeere vor der weiteren Plastik-Vermüllung schützen, weil man ihn mehrfach verwenden kann.

Strandgelb, mit dem offiziellen „Meer-Wert-Becher“-Logo beschriftet, kommt er daher, ist zu 100 Prozent recyclingfähig, hält 400 Spülvorgänge problemlos aus und ist seit vier Wochen bereits 8.000-fach unterwegs in den Bäckereien des Bergischen Landes.

Das System dahinter ist ganz einfach und funktioniert in der Praxis so: Der Kunde erhält beim Bäcker sein Getränk im „Meer-Wert-Becher“, für den er einen Euro Pfand bezahlt, spült ihn zu Hause kalt aus und bringt ihn beim nächsten Besuch in einer der teilnehmenden Filialen wieder mit. Im Tausch erhält er dann sein nächstes Getränk in einem frischen „Meer-Wert-Becher“ – oder bekommt seinen Pfand zurück.

150 Bäckerei-Filialen im Bergischen Städtedreieck sind bisher schon dabei, mehr sollen zeitnah folgen: „Wir möchten erreichen, dass die Bürger sich dem Pfandbecher-System öffnen und die nachhaltige Denkweise in ihr tägliches Leben übernehmen“, sagt Dirk Polick, Obermeister der Wuppertaler Bäcker-Innung und Mit-Initiator des Projekts.

Die Oberbürgermeister von Wuppertal und Remscheid sowie Solingens Bürgermeister Ernst Lauterjung begrüßen das Projekt ebenfalls. Wuppertals OB Andreas Mucke wies auf zehn Millionen Einwegbecher hin, die in seiner Stadt jedes Jahr verbraucht würden. Sein Remscheider Kollege Burkhard Mast-Weisz ging sofort mit gutem Beispiel voran und kaufte noch auf dem Presse-Podium fünf orangene Becher für seine Bürgerdialog-Veranstaltungen.

Auch Gastronomen im Luisenviertel und Cafés in der Innenstadt arbeiten bereits mit einem Pfandbecher-System. Eine Übersicht, wo in Wuppertal und Umgebung der Kaffee oder Cappuccino im Pfandbecher oder im selbst mitgebrachten Mehrweg-Becher gekauft werden kann, gibt es im Internet auf der „Bergischen Becherkarte“ unter wuppersaubertal.de/coffeetogo

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