Abschied von „Epulu“ und „Kitoto“: Zoo trennt sich von Schimpansen

Abschied von „Epulu“ und „Kitoto“ : Wuppertaler Zoo trennt sich von seinen Schimpansen

Viele Wuppertaler haben ihn aufwachsen sehen, jetzt trennt sich die Grüne Zoo Wuppertal von seinem Schimpansen „Epulu“ und der Schimpansen-Dame „Kitoto“. Der in Wuppertal geborene und mit der Hand aufgezogene 51-jährige „Epulu“ wird in Heidelberg seine neue Heimat finden. „Kitoto“ geht in einen Zoo in Antwerpen.

„Vor fünf Jahren hätte ich Ihnen noch etwas anderes erzählt“, sagt Zoodirektor Arne Lawrenz beim Pressegespräch den anwesenden Journalisten. „Aber die Dinge haben sich geändert.“

„Epulu“, berichtet Lawrenz, sei in der Außenanlage ein anderer Affe geworden. „Er lacht, wenn er draußen ist, er will nicht wieder rein und wir müssen ihn überreden.“ Im Jahr 2014 wurde die Außenanlage für die Affen gebaut, teilen müssen sie sich das Außengehege allerdings mit den Bonobos. Wenn sie draußen sind, müssen die Schimpansen drin bleiben, und jedes Mal, wenn „Epulu“ und „Kitoto“ zurück in die Innenanlage kommen, müssen sie an den Bonobos vorbei. „Das gibt Krawall.“

Nach wie vor werden die Bonobo-Affen in Wuppertal in zwei Gruppen gehalten. Das bedeutet insgesamt weniger Draußenzeit für die Schimpansen. Da „Epulu“ und „Kitoto“ in Wuppertal nicht die Möglichkeit gegeben werden kann, frei zu entscheiden, wann sie draußen und wann sie drinnen sein möchten und ihnen generell zu wenig Zeit im Außengehege zur Verfügung steht, hat der Zoo die Entscheidung getroffen, „Epulu“ und „Kitoto“ zeitgleich abzugeben.

Nach diversen Gesundheitschecks und einem Termin beim Kardiologen steht fest, dass der 51-jährige „Epulu“ soweit transportfähig ist. „Bei jedem Tiertransport besteht natürlich immer ein Risiko, egal wie alt das Tier ist“, erklärt Lawrenz. Bewusst hat er sich aber dafür entschieden „einen alten Baum zu verpflanzen“ - zum Wohle des Schimpansen.

Schimpansen-Dame „Kitoto“, 36 Jahre alt, findet im Zoo in Antwerpen eine neue Heimat. Foto: Wuppertaler Zoo/ Scheer/ Klee

Der Transport der beiden Tiere erfolgt zeitnah. „Wir laden die Wuppertaler dazu ein, sich am kommenden Wochenende von beiden Tieren zu verabschieden“, erklärt Andreas Haeser-Kalthoff, Geschäftsführer des Zoovereins. Normalerweise, sagt er, kündige der Grüne Zoo Tiertransporte vorher nicht an, aber der Abschied von „Epulu“ sei ein besonderer Fall, da der 51-jährige Affe sein gesamtes Leben im Wuppertaler Zoo verbracht habe.

„Epulu“ wird in Heidelberg in einer „Seniorengemeinschaft“ mit vier Schimpansen-Damen im Alter von 45 bis 48 Jahren leben. Auf der 1.100 Kubikmeter großen Außenanlage stehen ihm hohe Baumkronen, Äste und schwingende Feuerwehrschläuche zum Spielen zur Verfügung.

Die 36 Jahre alte Schimpansen-Dame „Kitoto“ kommt in Antwerpen in eine Gruppe, die aus fünf Männchen und zwei Weibchen besteht und auf einer Anlage von 1.380 Quadratmetern lebt.

Die Trennung voneinander wird „Kitoto“ und „Epulu“ nach Aussage des Zoo-Direktors Lawrenz nicht viel ausmachen. „Sie haben mehr oder weniger nebeneinander hergelebt“, sagt er. Die Reise der Teire wird von Pflegern des Wuppertaler Zoos begleitet, die die ersten Tage in der neuen Heimat bei den Affen bleiben werden. Und wenn die Eingliederung des unter Menschen aufgewachsenen „Epulus“ in die Senioren-Schimpansengruppe nicht klappt? „Dann holen wir ihn wieder zurück nach Wuppertal.“

Dass der Abschied von Schimpanse „Epulu“ die Wuppertaler bewegt, ist dem Zoo-Direktor bewusst. „Das ist emotional, viele Wuppertaler haben ihn schließlich schon in Windeln kennen gelernt und aufwachsen gesehen.“ Die Entscheidung, sich trotzdem von „Epulu“ zu trennen, hat er aus „vollster Überzeugung“ getroffen, um den Schimpansen ein Leben zu ermöglichen, das ihren Bedürfnissen gerecht wird.

Das frei werdende Gehege der Schimpansen kommt den Bonobos zugute. Ihre Anlage wird entsprechend erweitert.