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Bergische Natur: 200 Pflanzenarten gerettet

Bergische Natur : 200 Pflanzenarten gerettet

Was das naturnahe und nachhaltige Gärtnern in Wuppertal angeht, setzen die "Bergische Gartenarche" und das Projekt "Wuppertals Urbane Gärten" wichtige Akzente. Jetzt gab es dafür eine EU-Ehrung.

Die "Bergische Gartenarche" ist ein Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt im Bergischen Land. Es geht um alte regionale Gemüsesorten und andere bedrohte (Wild-)Pflanzen sowie die Kooperation mit dem Botanischen Garten auf der Hardt, dem Permakulturhof Vorm Eichholz und dem Freilichtmuseum im oberbergischen Lindlar. Inzwischen konnten über 200 bergische Pflanzen vor dem Vergessen gerettet werden.

Patenschaften helfen bei der Weitergabe von gewonnenem Saatgut. Saatgut selbst zu vermehren, war früher selbstverständlich. So wurden Bohnen-, Erbsen- oder Meldesorten über viele Generationen in einer Familie weitergegeben und sorgfältig aufbewahrt. Erst mit dem Aufkommen großer Saatgut-Zuchtbetriebe wurde es üblich, Saatgut in Portionen abgepackt zu kaufen. Die Vielfalt altbewährter Lokalsorten ging oft unwiederbringlich verloren.

Dass der Erhalt alter Sorten auch ein wichtiges globales Thema ist, zeigte sich vor zehn Jahren, als die "Bergische Gartenarche" als einzige regionale Initiative auf der neunten UN-Artenschutz-Konferenz in Bonn vertreten war. Dieser Einsatz hat nun die Juroren des UN-Dekade-Wettbewerbs beeindruckt: Deshalb wurde die "Bergische Gartenarche" als Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt als offizielles Projekt der UN-Dekade "Biologische Vielfalt (2011—2020)" ausgezeichnet.

Dietmar Bell, Wuppertaler SPD-Landtagsabgeordneter, der die Ehrung überbrachte: "Das ist der Lohn des ehrenamtlichen Einsatzes für die biologische Vielfalt, und vor allem gegen das Insektensterben." Der Ort der Preisverleihung war gut gewählt: Seit zwei Jahren engagieren sich Bürger für den Erhalt des Permakulturhofes Vorm Eichholz und haben den alten Bauerngarten zu neuem Leben erweckt.