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Fahrradverkehr: Warum kein echtes Pilotprojekt?

Fahrradverkehr : Warum kein echtes Pilotprojekt?

Betr.: Radweg Lenneper Straße

Abseits der subjektiven Bewertung der Situation dort muss man doch sagen, dass nach Ansicht von Experten, die sich mit der Entwicklung des Radverkehrs der Zukunft beschäftigen und auch der Erfahrung von Projekten, die bereits in anderen Regionen auf der Welt umgesetzt worden sind, das Konzept „Radstreifen“ nicht das Optimum sein kann.

 Optimal sind „Bike Lanes“ oder richtige Radwege mit Trennung zum Kfz-Fahrraum, „Radautobahnen“ und ähnliche Konzepte.

 Radstreifen, wie der in der Lenneper Straße, sind nach Ansicht von Planern nicht unbedingt geeignet für Kinder und unsichere Radfahrer, bieten eine geringe Sichtbarkeit an Kreuzungen (toter Winkel) durch die Nähe zur Fahrspur, beinhalten ein hohes Missbrauchsrisiko durch illegales Parken, Halten oder Befahren, insbesondere in Verbindung mit Parkmöglichkeiten – ergo ein hohes Unfallrisiko bei Ausweichmanövern.

 Wenn man sich den raren Raum mit Fußgängern teilen muss, passiert folgendes: Der Konflikt wurde vom Seitenraum auf die Straße (vorher Rad-Fußgänger, nun Rad-Kfz) verlagert.

 Und am Ende des Streifens? Wie vorher, es geht wieder in den Fahrraum der Kfz auf der Heckinghauser Straße. Und der Rückweg am „Art Hotel“ vorbei? Da sind wir wieder im Rad-Fußgänger-Begegnungsverkehr, was in Zukunft noch hakeliger wird, wenn dort erst mal die Schule ihren Betrieb aufgenommen hat.

 Mein Ansatz wäre einfach nur gewesen: Denkt über ein richtiges Pilotprojekt nach – zum Beispiel komplette Nutzung einer Fahrspur der Heckinghauser Straße von Anfang bis Ende nur für Radverkehr, mit Optionen aus Richtung Beyenburg bis Elberfeld. Aber da sind wir schon wieder im Bereich, wo es richtig Geld und Planungsarbeit kosten würde. Daher wahrscheinlich der meiner Meinung nach suboptimale Radstreifen, den ich kritisiere.

 Frank Menden