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Gegen jede Bebauung auf der grünen (Naturschutz-)Wiese : Wann will Wuppertal mit der Zukunft anfangen?

Gegen jede Bebauung auf der grünen (Naturschutz-)Wiese : Wann will Wuppertal mit der Zukunft anfangen?

Betr.: Kleine Höhe

Herr Mucke verspricht keine weitere Bebauung auf der Kleinen Höhe. Das ist nicht gelogen, aber trotzdem nur begrenzt wahr: Einen Steinwurf weiter liegt der sogenannte Asbruch, dort ist eine Wohnbebauung auf einer jetzt noch grünen Fläche von 270.000 Quadratmetern geplant.

Es gibt einen Beschluss der Landesregierung, den Flächenverbrauch perspektivisch auf Null zu senken. Angesichts des Artensterbens und der Umweltzerstörung ist das auch unumgänglich. Bei solchen Planungen muss die Frage erlaubt sein, wann Wuppertal damit anfangen will? Jetzt (!) sollte über Konzepte nachgedacht werden, wie das möglich ist, anstatt 148 Hektar als bebaubar auszuweisen.

Ein weiterer Aspekt bleibt ebenfalls unberücksichtigt: Anstatt die Corona-Krise zu nutzen, um möglichst geräusch- und widerstandslos kurzsichtige Beschlüsse durchzusetzen, sollte man darüber nachdenken, was diese Krise für Folgen hat. Der größte Wirtschaftseinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg bedeutet vermutlich trotz aller staatlicher Hilfe eine massive Zunahme an Firmenpleiten und Arbeitslosigkeit. Wie naiv muss man sein, um zu glauben, dass man in absehbarer Zeit neue Gewerbegebiete auf Lichtscheid oder sonstwo vermarkten kann?

  • Regionalplan-Beschlüsse: Fragen nach vier weiteren Flächen : Hat das nicht Zeit bis nach der Krise?
  • Die Fläche südlich der Wuppertaler Adolf-Vorwerk-Straße.
    Lokales : Mucke: „Keine Bebauung im Bereich der Adolf-Vorwerk-Straße“
  • Oberbürgermeister Andreas Mucke hat übrigens auch
    Interview mit Oberbürgermeister Andreas Mucke : „Wie schaffen wir diese Krise?“

Die Verkehrswende, die ebenfalls unumgänglich ist, bedeutet in jedem Fall weniger Autos, also dauerhafte Einbrüche für die Zulieferer. Das Bergische Land mit seinen vielen Zulieferbetrieben steht vor einem ähnlichen Umbruch wie beim Zusammenbruch der Textilindustrie. Es wird Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen, um den Wandel kreativ zu gestalten, anstatt sie zu leugnen und auf ein „Weiter so“ zu setzen. Die Wuppertalbewegung macht da zum Thema Kreislaufwirtschaft übrigens einen zukunftsweisenden Aufschlag.

Und noch eine Frage wird viel zu selten gestellt: Wieso gibt es denn immer mehr Menschen, die so gefährlich sind, dass sie weggesperrt werden müssen? Hat das etwas mit dem Hamsterrad zu tun, in dem die meisten bis zur Krise gefangen waren? Auch hier ist jetzt die Gelegenheit zur Reflexion und zur bewussten Entscheidung darüber, ob wir zu dem Zustand vorher zurückkehren wollen.

Sigrid Kremer