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Wuppertaler 2G-Regelung: Unwissenschaftliche Sackgasse

Wuppertaler 2G-Regelung : Unwissenschaftliche Sackgasse

Betr.: Wuppertaler 2G-Regelung

Die beschlossene 2G-Regelung ist unsinnig. Sie ist an keine Inzidenzen oder Hospitalisierungsraten geknüpft. Damit wird der gesellschaftliche Verkehr für gesunde Mitmenschen anlasslos eingeschränkt, was meiner Ansicht nach verfassungswidrig ist.

Wenn man diese unsinnige 2G-Regelung vergleicht mit dem, was zum Beispiel in Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg beschlossen wurde, erkennt man sofort, dass dort die Bewegungsfreiheit für ungeimpfte Mitbürger/innen in dem Maße eingeschränkt wird, wie die Hospitalisierungsraten in den Krankenhäusern steigen. Eine solche an die Pandemie-Entwicklung gekoppelte Regelung wäre aus rechtlicher Sicht gerade noch vertretbar gewesen, aber die jetzt in Wuppertal im Alleingang bei sinkenden Inzidenzen und Hospitalisierungsraten (!) beschlossene Regelung ist viel zu pauschal.

Unabhängig von dieser unglücklichen Wuppertaler Sonderregelung meine ich: Die Politik macht sich nicht ehrlich. Einerseits wird eine Impfpflicht abgelehnt, denn man weiß genau, dass sie nicht verfassungsgemäß wäre, weil das Recht auf körperliche Unversehrtheit ein hohes Gut ist, das man in der aktuellen Endphase der Pandemie, in der dem Gesundheitssystem nicht mehr die Überlastung droht, und mit Impfstoffen, die immer noch nur eine Notfallzulassung haben, nicht antasten kann.

  • Impfaktion im Schwebebahnwaggon am Vohwinkeler „Sternpunkt“.
    Appell an Gastronomie und Veranstalter : Wuppertal führt optionales 2G ein
  • Henrik Dahlmann (Freie Wähler).
    Corona-Pandemie : Freie Wähler: 2G-Regelung ist „unsinnig“
  • Symbolbild.
    CDU-Nachwuchsorganisation : Wuppertaler Junge Union gegen 2G-Regel

Auf der anderen Seite möchte man, dass sich 85 Prozent der Bevölkerung „freiwillig“ impfen lassen, wobei wir insgesamt aber nur 87 Prozent beimpfbare Bürger/innen haben. Es ist völlig illusorisch, eine solch hohe Impfrate (97,7 Prozent) ohne Impfpflicht zu erreichen. Selbst mit Impfpflicht wäre das sehr schwierig.

Es ist aber auch nicht notwendig. Die Politik könnte sich und uns das Leben sehr erleichtern, wenn sie die genesenen Mitbürger/innen stärker berücksichtigen würde, anstatt ihnen durch eine bürokratische, völlig an den medizinischen Realitäten vorbei denkende Verordnung den Genesenen-Status zu entziehen, wenn die Infektion länger als ein halbes Jahr her ist. Eine grobe Schätzung ergibt, dasss wir minestens fünf bis zehn Prozent Genesene, wenn nicht noch mehr, in der Bevölkerung haben, die sehr wohl zur Gesamtimmunität etwas beitragen, während die Wirkung der Impfungen nicht lange genug anzuhalten scheint, wie wir gerade in Israel lernen, wo man schon von der vierten Impfung spricht.

Herdenimmunität ist, zumindest mit den aktuellen Impfstoffen, kein erreichbares Ziel. Impfungen dienen lediglich dem Eigenschutz, was völlig legitim ist, haben aber epidemisch längst nicht die befreiende Wirkung, die ihnen gegenwärtig angedichtet wird (“sich in die Freiheit zurückimpfen“ – und so weiter).

Da ist die gegenwärtige 2G-Politik in Deutschland leider in eine unwissenschaftliche Sackgasse geraten.


 Stefan Padberg