Leserbrief „WSV muss mittelfristig aus diesem Stadion raus“

Wuppertal · Betr.: Zukunft des höherklassigen Fußballs in Wuppertal

 Das Stadion am Zoo aus der Vogelperspektive.

Das Stadion am Zoo aus der Vogelperspektive.

Foto: Christoph Petersen

Wieder einmal hat der WSV es versäumt, als augenscheinlich großer Favorit, den Aufstieg in die 3. Liga klarzumachen. Die sportlichen Gründe, warum es wieder nicht geklappt hat, sind nicht wirklich zu greifen. Waren es die ersten Spiele im „Ausland“, weil das SaZ einen neuen Rasen bekommen hat? War es das zu lange Festhalten an Hüzeyfe Dogan? War es ein Mentalitätsproblem innerhalb der Mannschaft, als man in den ersten Spielen viele Siege in der Nachspielzeit holte und sich vielleicht für unschlagbar hielt? War es doch die komplett neu formierte, nach vielen Abgängen von Leistungsträgern vor der Saison, Mannschaft, die die Automatismen miteinander noch nicht beherrschte oder einfach auch das Potenzial nicht hatte? Diese Fragen kann man jetzt nur noch schwer beantworten.

Dieses waren aber nur Fragen, die den sportlichen Teil betreffen. Weitere Fragen sind doch viel entscheidender, ob es mit dem WSV im jetzigen Zustand überhaupt nochmal Profifußball in Wuppertal geben wird. Warum war das Velberter Stadion zu Beginn der Saison nicht jedes Mal ausverkauft (Kapazität 3.000 Zuschauer)? Warum kommen dann zu den Topspielen, später im Laufe der Saison gegen Fortuna Köln und Alemannia Aachen, nicht einmal 10.000 Zuschauer ins SaZ?

Warum wird mit einem Caterer weitergemacht, der seine Überforderung bei Spielen mit mehr als 2.500 Zuschauern immer wieder unter Beweis stellt? Warum installiert die Stadt Buchstaben auf dem Tribünendach, anstatt sich mal damit auseinanderzusetzen, dass dieses Stadion in keiner Weise den Anforderungen für etwaigen Profifußball entspricht, und stattdessen mal eine Alternativlösung mit dem Verein erarbeitet?

Kein Dach über den Stehtribünen, keine VIP-Logen für mögliche Sponsoren, Catering habe ich schon angesprochen, katastrophale Einlasskontrollen bei Spielen mit mehr als 3.000 Zuschauern, es ist alles amateurhaft. Damit bekommt man keine Zuschauer und Sponsoren an Land gezogen. Zumindest nicht die, die das große Geld mitbringen.

Manche der Unverbesserlichen werden jetzt wieder sagen: Aber das hängt alles mit Friedhelm Runge zusammen. Deswegen kommen keine Sponsoren, weil er das alleinige Sagen haben will. Unsinn! Diese Argumentation ist mittlerweile so abgenutzt, dass jeder der dieses auch wirklich immer noch glaubt, sich schämen sollte. Es ist sonnenklar, dass ohne Friedhelm Runge die Lichter ausgehen, weil nun mal niemand als Sponsor den WSV unterstützen will. Nicht in so einem Stadion ohne Komfort.

Erfurt, Vorwerk, Bayer etc. wollen sich doch ihren Namen nicht kaputtmachen lassen, indem diese einen Verein sponsern, bei dem es an allem fehlt.

Vorschlag: Der WSV muss mittelfristig aus diesem Stadion raus. Es braucht ein neues, erst mal kleines Stadion (maximale Kapazität 5000 Zuschauer), mit Option zum Erweitern. Mehr Zuschauer hat der WSV derzeit eh nicht. Umbau des SaZ ist ja wohl irgendwie nicht mehr möglich. Oder gibt es noch das Küppers-Brüder-Konzept?

Es müssen sich dafür Stadt, Verein und mögliche Großsponsoren an einen Tisch setzen und ein Konzept erarbeiten. Anders ist der WSV, und auch die Möglichkeit auf höherklassigen professionellen Fußball, nicht zu retten. Das Stadion kann dann weiterhin für die Bundesjugendspiele oder als Trainingsplatz für Nationalmannschaften vermarktet werden, für mehr taugt das SaZ eh nicht mehr.

Holger Hellwig

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