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Thema: Bundesbahndirektion: Noch viel zu viele Fragen offen

Thema: Bundesbahndirektion : Noch viel zu viele Fragen offen

Betr.: Stadt und alte Bahndirektion

Hurra, möchte man zufrieden rufen, ein Mieter für das repräsentative Bahndirektionsgebäude ist gefunden. Die Stadt Wuppertal zieht dort als Mieter ein und belegt wohl nahezu die komplette Betriebsfläche. Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig strahlt Optimismus aus. Trotzdem seien einige kritische Fragen erlaubt.

Slawig hinterlässt den Eindruck, dass fast alles in warmen Tüchern ist, obwohl die finale Vereinbarung über die Mietkonditionen mit der Clees-Gruppe noch nicht gedeckelt ist. Und wieso kann sich die Stadt Wuppertal mit einer Miete anfreunden, die noch vor kurzem für die WSW zu hoch war?

Das die schon betagte Immobilie für die vielen hundert städtischen Mitarbeiter umfangreich umgebaut und digitalisiert vernetzt werden muss, dürfte klar sein. Slawig kennt auch schon die dafür voraussichtliche Umbauzeit von etwa 1,5 Jahren, obwohl er die Kosten für den Umbau noch nicht kennt. Wenn man die Umbaukosten noch nicht ermittelt hat, liegt das sicherlich daran, dass erst mal geklärt werden muss, welche Erfordernisse überhaupt nötig sind. Wie man bei diesen diversen offenen Fragen aber bereits schon von 1,5 Jahren Umbauzeit sprechen kann, ist höchst fragwürdig. Und welche laufenden Betriebskosten dort entstehen, auch das ist wohl noch offen.

Eigentlich hätte die Botschaft lauten müssen: "Wir, die Wuppertaler Stadtverwaltung beabsichtigen, verschiedene städtische Ämter in das ehemalige Gebäude der Bahndirektion zu verlagern. Die dazu notwendigen Umbaumaßnahmen müssen zunächst geprüft, geplant und kalkuliert werden, damit wir eine fundierte Entscheidungsgrundlage haben. Dann kennen wir auch die Kosten. Parallel dazu werden mit der Clees-Gruppe annehmbare Mietkonditionen verhandelt, um dann den Umzug im Stadtrat zu beschließen".

Leider stellt sich der Sachstand aktuell so nicht dar. Vielmehr sind viele Fragen noch längst nicht beantwortet, obwohl wir über geschätzt ein zweistelliges Millionenprojekt reden. In der Vergangenheit und der Gegenwart haben wir gelernt, dass (Bau-)Projekte des öffentlichen Dienstes vielfach einer Wundertüte ähnlich sind.

Hans Schneider