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Gebäudemanagement Wuppertal (GMW): Neue Denkwege beschreiten

Gebäudemanagement Wuppertal (GMW) : Neue Denkwege beschreiten

Betr.: „In 20 Jahren zwei Milliarden verbaut“, Rundschau-Interview mit Hans-Uwe Flunkert, dem Ex-Chef des GMW

In dem Interview mit dem am 1. April 2021 in den Ruhestand tretenden Leiter des GMW kam noch einmal das Planungsdesaster auf der Hardt rund um die ehemalige Pädagogische Hochschule als Ausweichstandort für sanierungsbedürftige Schulen zur Sprache. Leider hat Herr Dr. Flunkert wieder versäumt, in aller Deutlichkeit die Verantwortung dafür zu übernehmen. Kein Wort auch über den handwerklichen Fehler der damaligen Ratsvorlage, die die Kosten für die Container gar nicht mit in die Gesamtkalkulation einbezog und dadurch den Abriss des Gebäudes gegenüber dem Erhalt und der Herrichtung des Gebäudes kräftig schönrechnete.

 Das GMW ist für den Bau, Erhalt und die Sanierung der Schulgebäude zuständig. Das GMW weiß sehr genau, dass Wuppertal es sich gar nicht leisten kann, auf Flächen für Schulstandorte zu verzichten. Der Produktmanager Schulen des GMW betont das immer wieder: „Uns fehlen Flächen, Flächen, Flächen“ – Zitat letzte Schulausschusssitzung.

Die Schülerzahlen vor allem in der Sekundarstufe I steigen enorm an (Anstieg von 2017 bis 2022 mindestens 2.300 Schüler*innen). Unter diesen Bedingungen auch weiterhin über einen Abriss des Gebäudes auf der Hardt nachzudenken, verbietet sich. Vielmehr sollte überlegt werden, wie dieses Gebäude dauerhaft als Schulstandort genutzt werden kann. Durch den rigorosen Rückbau im Innenbereich der ehemaligen PH wäre die Herstellung als Übergangsstandort zum Beispiel für das Gymnasium Johannes Rau nicht nur zeitlich eine große Herausforderung.

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 Man kann aber auch neue Denkwege beschreiten. Wie wäre es, wenn das Ganztagsgymnasium Johannes Rau an die Hardt als neuen Standort zieht und sich quasi eine Interimslösung an anderer Stelle erspart? In etwa zwei Jahren könnte es in ein Gebäude ziehen, das nach modernsten energetischen und pädagogischen Gesichtspunkten durchsaniert wurde, das wäre jedenfalls Voraussetzung. Diesen Weg sollte man mit der Schulgemeinde besprechen und auch mit in die Überlegungen der Ratsgremien einbeziehen. Ein toller Standort für eine Schule – mit vielen Möglichkeiten, die Schulumgebung in die pädagogische Arbeit mit einzubeziehen. Gleichzeitig könnte das Gebäude-Ensemble auf der Hardt als markantes Beispiel der 50er Jahre erhalten werden.

Auch verkehrstechnisch wird sich eine Verstärkung der Busanbindung für die Schüler*innen lösen lassen, die den Fußanstieg von 400 Metern von der Rudolfstraße aus scheuen. Das ist eine Frage des politischen Willens. Es gibt sogar noch ein Grundstück unterhalb des Gebäudes, für das jetzt Wohnbebauung im Gespräch ist. Das wäre vielleicht auch ein Standort für eine angemessene zusätzliche Sporthalle – sowieso Mangelware in Wuppertal.

Nach dem Umzug könnte das alte Gebäude an der Siegesstraße durchsaniert und möglicherweise für einen weiteren Standort für eine Gesamtschule genutzt werden. Der Bedarf ist bei 550 abgelehnten Kindern mehr als deutlich in dieser Stadt.

Helga Krüger