Weltfrauentag : Für Selbstbestimmung

Weltfrauentag : Für Selbstbestimmung

Betr.: Weltfrauentag

Sehr erfreulich, dass die Rundschau etliche Artikel dem Internationalen Frauentag und den Anliegen der Frauen widmet.

Der Internationale Frauentag wurde 1910 von der deutschen Sozialistin Clara Zetkin ins Leben gerufen, hat aber bis heute aktuelle Bedeutung. Trotz vieler Verbesserungen für uns Frauen ist die tatsächliche Gleichberechtigung aber bis heute nicht verwirklicht. Es gibt noch immer zu wenig Kita-Plätze, gravierende Lohnunterschiede, Minijobs und Minilohn, größere Frauenaltersarmut, schlechtere Aufstiegschancen und erniedrigenden Sexismus. Das bestätigen auch die von Ihnen interviewten Frauen.

Doch etwas Entscheidendendes vermisse ich in der Berichterstattung: Das jahrelange Engagement der kämpferischen Frauenbewegung für das (fehlende!) Recht der Frau auf Selbstbestimmung.

Die alten, bis heute gültigen Paragrafen 218 (1872, Deutsches Reich) und 219a (1933, Hitlerfaschismus) kriminalisieren Frauen und Ärzt/innen bei Schwangerschaftsabbruch. Unser Frauenverband „Courage“ engagiert sich für die Abschaffung dieser Paragrafen.

Auch die von der Regierung beschlossene „Verbesserung“ des Paragraphen 219a ist keine wirkliche Verbesserung, weil sie nach wie vor Ärzt/innen kriminalisiert, die frei über die medizinische Leistung eines Schwangerschaftsabbruchs informieren wollen.

Linda Weißgerber

(Rundschau Verlagsgesellschaft)