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Neues Theaterstück "Wupperspuren": "Unsere Geschichte erzählen"

Neues Theaterstück "Wupperspuren" : "Unsere Geschichte erzählen"

Sie sind Kurden, die aus Syrien vor Krieg und Unterdrückung geflohen sind — Ali Mahnoud, Ronas Sheikhmous und Mohammed Amanos. Jetzt leben sie in Wuppertal, fassen langsam Fuß, hinterlassen die ersten Spuren in ihrer neuen Heimat.

Zusammen mit weiteren Flüchtlingen, aber auch mit Einheimischen, möchten sie ihre Geschichten mit den Mitteln des Theater und der Musik auf die Bühne bringen.

Initiatorinnen dieses spannenden Projekts sind die Uni-Absolventinnen Donata Weinbach und Friederike Mevissen, die zusammen mit dem Flüchtlingshilfe-Verein "Transzent" und dem Verein "In unserer Mitte" seit Juni an der Realisierung arbeiten.

"Mit diesem Theaterstück möchten wir den Fragen nachspüren, was uns verbindet, oder was uns unterscheidet, wie wir Wuppertal empfinden, welche Spuren wir hier hinterlassen. Und natürlich nehmen die Geschichten der Flucht einen breiten Raum ein", berichtet Donata Weinbach. "Zu Beginn hatten wir uns die Arbeit leichter vorgestellt, dann wurden wir vor große Sprachprobleme gestellt, aber wir haben uns gegenseitig geholfen, uns kennengelernt, zugehört, Verständnis füreinander entwickelt", ergänzt Friederike Mevissen, die zusammen mit Donata Weinbach aus den einzelnen Geschichten eine feste Rahmenhandlung entwickelt hat.

Szenen mit und ohne Sprache sind entstanden, bei denen die Musik eine wichtige Rolle spielt. Für Ali, Mohammed und Ronas ist es übrigens nicht das erste Mal, dass sie in Wuppertal auf einer Bühne stehen. Sie haben bereits in der "Johannespassion" im Opernhaus mitgewirkt.

"Von diesem Projekt verspreche ich mir Hilfe bei der Integration. Ich möchte zeigen, dass wir was zu sagen haben. In Syrien war unsere Sprache verboten, jetzt regieren dort die Waffen. Die Chance, Musik oder ein Theaterprojekt auf die Beine zu stellen, gibt es dort für uns nicht mehr", so Ronas Sheikmous, der wie seine beiden Mitstreiter in Syrien studierte und in Musik- und Theaterprojekten aktiv war.

Mohammed hat auf seiner Flucht die schrecklichen Verhältnisse in einem Lager in Bulgarien kennengelernt, zwei Brüder haben es nach Dänemark geschafft. "Dieses Projekt gibt mir Hoffnung, und ich möchte anderen Hoffnung geben. Hier will ich einen Neuanfang wagen, vielleicht studieren, Musik machen. Auch Filme zu drehen, kann ich mir vorstellen. Doch zuerst muss ich die Sprache lernen." "In Syrien habe ich Bauingenieur studiert, aber mein Vater meinte, in Deutschland sollte ich Medizin studieren. Im Projekt möchte ich unsere Geschichte erzählen, vermitteln, wer wir sind", ergänzt Ali Mahnoud.