1. Kultur

„Tanz-Station“ im Barmer Bahnhof: „Wunderbare Botschafter der Stadt“

„Tanz-Station“ im Barmer Bahnhof : „Wunderbare Botschafter der Stadt“

Der Barmer Bahnhof bekommt kulturellen Zuwachs – durch eine „Tanz-Station“, die nationalen und internationalen Projekten Raum geben soll.

Das in seiner geballten Form mitunter so nicht wahrgenommene Kultur-Viertel um den Barmer Bahnhof mit Opernhaus, Theater am Engelsgarten, dem Engelshaus, den Denkmälern und dem Museum für Frühindustrialisierung bekommt in Kürze „Verstärkung“.

Pascal Merighi und Thusnelda Mercy, ehemalige Mitglieder des Wuppertaler Tanztheaters, die als „Kompagnie merighi | mercy“ seit vielen Jahren in der internationalen Tanzszene unterwegs sind, werden ihr festes Quartier im Barmer Bahnhof beziehen. Der in Wien lebende Opern-Weltstar Kurt Rydl, Besitzer des Barmer Bahnhofs: „Wir freuen uns sehr über unsere neuen Partner. Die beiden sind mit ihrer Kunst wunderbare Botschafter dieser Stadt.“

Im zwischenzeitlich ungenutzten Obergeschoss-Teil des Komplexes neben der bekannten Event-Location wird das Duo die „Tanz Station – Barmer Bahnhof“ eröffnen. Sie soll in Kooperation mit der nationalen und internationalen freien Tanzszene wachsen. Dabei stehen interdisziplinäre und spartenübergreifende Projekte im Vordergrund. „Verschiedenste lokale, nationale und internationale Akteurinnen und Akteure aus Tanz, Kultur, Medien und Entrepreneurship haben hier den auf Co-Creative-Work ausgerichteten digitalen und analogen Raum, die unterschiedlichsten Ausdrucksformen frei zu entwickeln“, heißt es. Gefördert wird das Projekt von „Tanzpakt Recoonect“, einem Hilfsprogramm im Rahmen der Bundesregierungs-Initiative „Neustart Kultur“.

Thusnelda Mercy ist die Tochter des auf dem Rott lebenden Pina-Bausch-Tänzers und Choreographen Dominique Mercy. Er war auch Gast bei dem von Christiane Rydl (der Schwester des Bahnhofsbuchhändlers Tom Leipoldt) organisierten zehnjährigen Jubiläum am 2. Dezember 2018. Einer der Höhepunkte der Gala war der Auftritt seiner Tochter, die im Interview mit dem Moderator auch ein Bekenntnis zu ihrem ungewöhnlichen Vornamen ablegte – die Flachsereien aus der Kindheit und Jugend mit „Tussi“ hat sie längst bewältigt. Ihr Vater verriet die „Urheberin“ der Namensgebung: „Es war Pina Bausch.“

Dominique Mercy hatte Pina im Jahr 1972 in Saratoga (USA) erstmals getroffen, ab der Spielzeit 1973/74 gehörte er zum Ensemble und war nach ihrem Tod von Oktober 2009 bis 2013 zusammen mit mit Robert Sturm der künstlerische Leiter.