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Neues Buch von Dieter Jandt: Raue Texte, kantig erzählt

Neues Buch von Dieter Jandt : Raue Texte, kantig erzählt

Immer einmal wieder kommen einem (schöne) Überraschungen unter, mit denen nicht zu rechnen war. „Im Tal und darüber hinaus“ von Dieter Jandt, ein 115-Seiter, der den etwas verschraubten Untertitel „Spielereien, Spekulationen, Gedankensprünge in der Stadt“ trägt, ist so ein Fall.

Jandt, freier Autor und Journalist, hat 25 kurze Texte zusammengestellt. Fast jeder davon ist eine kleine, große Entdeckung. Die literarische Reise führt einmal quer durch Wuppertal – und hat mit „Heimatdichtung“ null und nichts zu tun. Jandts Beobachtungen (und seine Fantasien) richten sich dahin, wo es wehtut, wo es ungemütlich ist, wo gegen den Strich gebürstet wird. Manchmal erkennt man (als stadterfahrener Wuppertaler) Gegenden, manchmal erkennt man Personen – etwa dann, wenn’s ums Betteln in der City geht.

Doch Dieter Jandt blickt auch über die Stadt hinaus – nach Thailand etwa, wo er sich seit Jahrzehnten gut auskennt. Auch hier liefert er keine glattgebügelten Reiseerzählungen. Ganz im Gegenteil. Raue Texte sind das, kantig erzählt, dabei voller Einfühlungsvermögen. Geschrieben von einem, der sehen kann. Und schreiben eben. Nur ganz wenige Stücke, die man hätte lassen können, fallen ab angesichts des Gesamtniveaus. Das ist ein Wuppertal-Erzählungsband, den es (natürlich und leider) in keinem Touristik-Büro gibt. Wer das Buch in die Finger bekommt und vielleicht wenig Zeit hat: unbedingt die ersten vier Storys lesen! Ach, Quatsch – eigentlich alle!