Umfrage der "WamS": Harsche Kritik an Gremien des Von der Heydt-Museums

Umfrage der "WamS": Harsche Kritik an Gremien des Von der Heydt-Museums

"Wenn es Zitronen hageln könnte, dann würden sie in diesem Jahr auf die Stadt Wuppertal sowie auf Vorstand und Beirat der von der Heydt-Museum gGmbH fallen", urteilt der Axel Springer Verlag — und meint die angesehene jährliche Umfrage seiner Zeitung "Welt am Sonntag" unter Kunstkritikern in Nordrhein-Westfalen, die am Sonntag (16.

Dezember 2018) erscheint.

Tatsächlich schneidet Wuppertal mit vier Nominierungen für die Negativ-Kategorie "Zitrone des Jahres" unter den Museumsstädten des Bundeslandes am schlechtesten ab. Kritisiert werden aber nicht die Ausstellungen im Von der Heydt-Museum — im Gegenteil: Die Ausstellung "Blockbuster Museum", die noch bis Mitte März in Elberfeld zu sehen ist, wurde zweimal zur "Besten Inszenierung des Jahres" gewählt.

Kritisiert wurde zum einen der Umgang mit Direktor Gerhard Finckh, dem die gGmbH und die Stadt nach zwölf erfolgreichen Jahren seine letzte große Ausstellung über die Zeit der Aufklärung ("Aufbruch zur Freiheit") aus scheinbar finanziellen Gründen abgesagt hatten. Einige Kritiker wiesen darauf hin, dass eine Ausstellung zu diesem Thema — Aufklärung, Vernunft, europäisches Miteinander — gerade in der aktuellen Zeit dringend nötig gewesen wäre und aus der Kultur heraus einigende Impulse auch in Richtung Politik hätte aussenden können. Andere stellten fest, die Absage beschädige "unnötig eine jahrelange Erfolgsgeschichte".

Unverständnis gab es auch für das Aus für die Von der Heydt-Kunsthalle in Barmen, in der zuletzt unter anderem viel beachtete Ausstellungen von Sabine Moritz und Tobias Zielony stattgefunden haben. Verwiesen wurde dabei auch auf den historischen Ort: Das heutige "Haus der Jugend", damals "Ruhmeshalle" zählt zu den ersten Orten, an denen die Klassische Moderne einen festen Platz hatte. Heute weltberühmte Künstler wie Wassily Kandinsky oder Alexej Jawlensky stellten in Barmen zum ersten Mal öffentlich aus.

Auch der Umstand, dass nach wie vor keine Nachfolgerin oder kein Nachfolger für den scheidenden Museumsdirektor Gerhard Finckh gefunden wurde und es keine Findungskommission mit externer Kompetenz für eines der wichtigsten Kunstmuseen in Deutschland gibt, führte zur Verleihung einer Zitrone.

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