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Der „Sandmann“ für die Ohren - Podcast des Schauspiels Wuppertal

Podcast des Schauspiels Wuppertal : Der „Sandmann“ für die Ohren

Die Zuschauerinnen und Zuschauer des Schauspiels Wuppertal müssen nicht mehr auf die Stimmen des Ensembles verzichten. Wenn auch die Live-Auftritte aktuell bis zum 26. April 2020 weiter ausbleiben müssen, gibt es sie jetzt zumindest zu hören. Dazu geht die Literaturreihe „Das literarische Solo“, die sonst in Kooperation mit der City-Kirche jeden ersten Donnerstag live stattfindet, online.

Am Ostersonntag (12. April 2020) um 22 Uhr wird die erste Folge bei allen bekannten Podcast-Anbietern veröffentlicht. Gelesen wird „Der Sandmann“ von E. T. A. Hoffmann, ein schauriges Märchen, Literaturklassiker und aktuell Abiturthema in NRW.

Nathanael hat als Kind seinen Vater verloren. Die Schuld dafür gibt er dem Alchimisten Coppelius, den er jetzt als Student in dem Glashändler Coppola, wiederzuerkennen glaubt. Immer besessener steigert er sich in seine Fantasien hinein. Obwohl er sie liebt, verlässt er seine Jugendliebe Clara und wendet sich Olimpia, der Tochter seines Professors zu – die sich schließlich als Automat entpuppt. Gezeichnet von seinem Irrtum, versucht Nathanael, sich und Clara vom Turm der Stadtkirche zu stürzen.

Trauma, Wahnsinn und die dämonische Faszination der Liebe, in E. T. A. Hoffmanns berühmter Erzählung wird der Student Nathanael unter dem Einfluss erschütternder Kindheitserinnerungen verrückt und verfällt einer Frau, die kein Mensch ist. Schaurig-schön poetisiert Hoffmann die innere Zerrissenheit seines Protagonisten zwischen Realität und Phantasie. Das Meisterwerk der Schwarzen Romantik wird in vier Episoden gelesen von Thomas Braus, Julia Meier, Martin Petschan und Konstantin Rickert.

 Martin Petschan.
Martin Petschan. Foto: Uwe Schinkel

Die Lesung der einzelnen Ensemble-Mitglieder des Schauspiels Wuppertal wurde im Opernhaus mit dem nötigen Abstand von der eigenen Tonabteilung in der Regie von Thomas Dickmeis aufgenommen und aufwändig als Hörbuch produziert.