Protesttag in Düsseldorf Viele Wuppertaler Apotheken am 14. Juni geschlossen

Wuppertal / Düsseldorf · Die meisten Apotheken in Wuppertal bleiben am 14. Juni 2023 voraussichtlich geschlossen. Grund ist eine Demonstration, die um 12 Uhr in Düsseldorf auf dem Burgplatz in der Nähe des Landtags beginnt. Das Leitmotiv der Protestkampagne lautet „Apotheken kaputt sparen. Arzneimittelversorgung gefährden. Nicht mit uns!“

 Beratung in der Apotheke während der Corona-Pandemie.

Beratung in der Apotheke während der Corona-Pandemie.

Foto: Adobe Stock, xreflex

Apothekerkammer und Apothekerverband Nordrhein haben alle Apotheken aufgerufen, „aktiv gegen die katastrophale Gesundheitspolitik der Bundesregierung“ zu demonstrieren. Es sei eine sehr hohe Streik- und Protestbereitschaft zu erwarten. Die notdiensthabenden Apotheken übernehmen die Versorgung. „Auch die Ärzteschaft ist informiert. Nicht dringend benötigte Rezepte sollten vor oder erst nach dem Protesttag in der Apotheke vorlegt werden“, heißt es.

Die Apotheken protestieren gegen die ihrer Meinung nach für sie und ihre Patientinnen und Patienten „unzumutbaren Zustände, unter denen die Arzneimittelversorgung aktuell stattfinden muss. Massive Lieferengpässe, überbordende Bürokratie und immer höhere Anforderungen der Krankenkassenmachen die Patientenversorgung von Tag zu Tag schwieriger. Hinzu kommt ein immer weiter eskalierender Fachkräftemangel.“

Regine Quinke, Pressesprecherin der Apotheken in Wuppertal: „Insbesondere die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken hat sich dramatisch verschlechtert. So wurden die gesetzlich festgelegten, fixen Honorare für die Apotheken seit zehn Jahren nicht erhöht. Und das bei kontinuierlich und sprunghaft steigenden Lohn-, Energie- und Zinskosten.“

Die Folge sei „ein sich immer weiter beschleunigendes Apothekensterben, insbesondere im ländlichen Bereich“. Demnach ist die Zahl der Apotheken in Deutschland zum Jahresende 2022 um 393 auf 18.068 Betriebsstätten gesunken. Ende März 2023 sei mit 17.939 Apotheken der historisch niedrigste Stand seit mehr als 40 Jahren erreicht worden. Je weniger Apotheken den Patientinnen und Patienten zur Verfügung stünden, „je weiter könnte in Zukunft der Weg zu einer diensthabenden Nacht- und Notdienstapotheke werden“.

Quinke: „Nie zuvor hat eine Bundesregierung das bewährte Apothekenwesen so drastisch ignoriert. Angesichts neuer Höchststände bei den Apothekenschließungen und zunehmender Lieferengpässen bei Medikamenten wird eine Verschlechterung der Arzneimittelversorgung billigend in Kauf genommen. Diese Politik gefährdet massiv die persönliche, wohnortnahe und flächendeckende Arzneimittelversorgung der Bürgerinnen und Bürger.

Und weiter: „Wir freuen uns über den großen kollegialen Schulterschluss an diesem wichtigen Tag und das Verständnis unserer Kunden und Patienten. Denn sie erleben tagtäglich, dass die Belastungen der Apothekenteams immer größer werden und die Lieferengpässe nicht enden.“