Gesundheit Neurokardiovaskuläres Zentrum am Bethesda

Wuppertal · Im Mittelpunkt der fachübergreifenden Zusammenarbeit des neu gegründeten Neurokardiovaskulären Zentrums steht der Mensch mit seiner individuellen Gefäßerkrankung. Egal ob diese das Herz, das Gehirn oder periphere Gefäße in Armen oder Beinen betrifft – hier arbeiten Neurologie, Neuroradiologie, Neurochirurgie, (invasive) Kardiologie, Angiologie und Gefäßchirurgie Hand in Hand für die beste Medizin.

BU (v. li.): Chefarzt Dr. med. Martin Kitzrow, Chefarzt Prof. Dr. med. Bernd Sanner, Chefarzt Dr. med. Jawed Arjumand und Leitender Arzt Dr. med. Roger Gerke.

BU (v. li.): Chefarzt Dr. med. Martin Kitzrow, Chefarzt Prof. Dr. med. Bernd Sanner, Chefarzt Dr. med. Jawed Arjumand und Leitender Arzt Dr. med. Roger Gerke.

Foto: Agaplesion Bethesda Krankenhaus Wuppertal

Im neuen Neurokardiovaskulären Zentrum des Agaplesion Bethesda Krankenhauses Wuppertal befinden sich alle wichtigen Technikinnovationen, Fachdisziplinen, wichtiges Know-how und Expertinnen und Experten unter einem Dach und – sie tauschen sich aus: In sogenannten Ad-hoc-Meetings (Sofort-Gesprächen) werden Notfälle interdisziplinär besprochen, dokumentiert und die weiterführende Diagnostik eingeleitet.

Im wöchentlichen Turnus kommen die Expertinnen und Experten innerhalb der Neurokardiovaskulären Konferenz (NKK) zusammen, um Fälle zu diskutieren, neu zu bewerten und um gegebenenfalls weitere Schritte zu planen. „Handlungsmaxime ist dabei immer nur die medizinisch sinnvollen und notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Patientinnen und Patienten möglichst zu schonen. Therapie und Diagnostik erfolgen nach den jeweils aktuellsten Standards und Leitlinien der Fachgesellschaften“, heißt es.

Die Neurokardiovaskuläre Hybrid-Sprechstunde bietet Zuweiserinnen und Zuweisern quartalsweise die Möglichkeit, selbst Patientinnen und Patienten vorzustellen und ihre Fragen direkt an die Expertinnen bzw. Experten zu richten_ Dies geschieht im kollegialen Dialog, eine Verschriftlichung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist von der Ärztekammer Nordrhein mit 3 CME-Punkten zertifiziert.“

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit basiert auf zwei Säulen: der akuten Behandlung von Schlaganfällen, Herzinfarkten oder akuten Verschlüssen der Arm- und Beinarterien sowie der Langzeittherapien von Erkrankungsbildern wie Bluthochdruck (Hypertonie), Vorhofflimmern, Koronare Herzerkrankung oder Herzschwäche (Herzinsuffizienz), ferner auch von peripheren Gefäßerkrankungen.

Erleidet ein Mensch beispielweise einen Schlaganfall, so ist es wichtig, dass er umgehend einer darauf spezialisierten Behandlungseinheit (Stroke Unit) eines Krankenhauses zugeführt wird. Nur dort ist eine optimale interdisziplinäre Versorgung mit Fachexpertise auf dem aktuellsten Wissensstand, modernem Equipment und regelmäßiger Überprüfung der medizinischen Qualität gewährleistet“, so das Bethesda.

Gefäßerkrankungen führen immer dann zu Problemen, wenn die nachgeschalteten Organe infolgedessen zu wenig Blut erhalten. Dies gilt gleichermaßen für das Gehirn, das Herz, den Darm und auch die Muskulatur. Unmittelbar ursächlich ist dann entweder ein akuter Verschluss oder eine hochgradige Einengung einer Arterie oder, wenn auch deutlich seltener, ein Einriss in der Gefäßwand mit meist verheerenderen Folgen durch die mitunter massive Einblutung in das Gewebe.

„Gerade im Kopf ist bei zuletzt genannter Konstellation, einer sogenannten Hirnblutung, dann gegebenenfalls nur die sofortige Operation lebensrettend. Ausgangspunkt ist also stets eine Erkrankung des den gesamten Körper durchziehenden Gefäßsystems, die ,Endorgane‘ wie Herz, Gehirn und so weiter werden quasi erst sekundär geschädigt. Die Ausprägung von Prozessen wie beispielsweise der Atherosklerose (Arterienverkalkung) variiert zwar lokal im Körper, betrifft aber dennoch den gesamten Organismus.“

Dem Anspruch einer ganzheitlichen Behandlung von Gefäßpatientinnen und -patienten könne folglich nur ein Krankenhaus gerecht werden, „das unter einem Dach sämtliche komplementäre Fachrichtungen vorhält, die erst in ihrem strukturierten Zusammenwirken keine Region des Körpers ungeachtet lassen, wo interdisziplinär abgestimmte Workflows für die einzelnen Erkrankungen und der persönliche fachliche Austausch zwischen den Spezialistinnen und Spezialisten der unterschiedlichen Fachrichtungen vorhanden sind: das Neurokardiovaskuläre Zentrum.“

„Durch die strukturierten Abstimmungsprozesse, den interdisziplinären Wissenstransfer, nach aktuellen Standards, die kurzen Wege, die innovative Ausstattung und modernste Technologien entsteht passgenaue Medizin“, erläutert Norman Westphal (Geschäftsführer des Agaplesion Bethesda Krankenhauses) das Konzept des Neurokardiovaskulären Zentrums. „Das ist ein echter Mehrwert für Menschen mit Gefäßerkrankungen in der Region Bergisches Land, weil wir ihnen mit diesem Zusammenschluss unserer Kliniken jetzt eine noch effizientere und ganzheitlichere Diagnostik und Therapie anbieten können.“