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Corona: Wuppertal richtet zentrale Stelle für Probenahmen ein

Corona-Diagnostik : Stadt richtet zentrale Stelle für Probenahmen ein

Um Hausärzte zu entlasten und höhere Testkapazitäten zu schaffen, hat die Stadt Wuppertal eine zentrale Anlaufstelle zur Abnahme von Abstrichen bei vom Gesundheitsamt festgestellten Corona-Verdachtspersonen eingerichtet. Die Probenahme erfolge zum größtmöglichen Schutz von Patient und Arzt in einem „Drive in“-Betrieb auf dem Hof der Freiwilligen Feuerwehr Linde in Ronsdorf, so die Verwaltung. Aber nicht jeder kann einfach so vorbeikommen.

Ausschlaggebend für die Wahl des Ortes seien die strukturellen Gegebenheiten des Geländes gewesen, heißt es. Die Freiwillige Feuerwehr behält allerdings ihre Einsatzbereitschaft trotzdem aufrecht, so Boris Schlubeck von der Wuppertaler Feuerwehr.

Mit dem Wagen Ankommende, die getestet werden müssen, fahren in den Drive-in und bekommen dort von einem Mitarbeiter eine Dose mit dem Set ins Auto. Danach entnimmt die Person selbst die Probe, verpackt diese wieder in die Dose und wirft sie aus dem Fenster in einen Beutel. Anschließend wird die Probe in ein Wuppertaler Labor gebracht. Es ist ausdrücklich nicht erwünscht, vorbeizukommen und sich vorsorglich testen zu lassen. Ordnungsdezernent Matthias Nocke Ordnungsdezernent: ,,Wenn Sie eine Erkrankung haben, dann gehen Sie bitte zum Hausarzt. Wenn Sie schon vorher als Urlauber oder im beruflichen Alltag Kontakt zu Personen der Risikogruppen hatten und Sie zeigen Symptome, dann wird das Gesundheitsamt entscheiden, dass Sie zur Entnahme fahren und einen Abstrich lassen machen für einen Laborbefund."

Die niedergelassenen Ärzte in Wuppertal sind durch die Betreuung von Corona-Verdachtsfällen – ebenso wie das Gesundheitsamt der Stadt – intensiv in Anspruch genommen. Die Kapazitäten für Abstriche und die damit verbundenen Infektionsschutzmaßnahmen geraten an ihre Grenzen. Zudem drohen Praxisschließungen, wenn Mitarbeiter vor einer bestätigten Diagnose mit dem Patienten engeren Kontakt hatten. Um die Hausärzte zu entlasten und höhere Testkapazitäten zu schaffen, hat eine Expertenrunde des Gesundheitsamtes, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Wuppertaler Krankenhäuser am Wochenende ein Alternativkonzept entwickelt, dem der Krisenstab der Stadt zugestimmt hat.

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Es sieht die zentrale Stelle zur Abnahme von Abstrichen bei vom Gesundheitsamt festgestellten Corona-Verdachtspersonen vor, ergänzt durch eine mobile Einheit für die Menschen, die nicht mobil sind oder über kein eigenes Fahrzeug verfügen. In einem ersten Schritt hat die zentrale Einheit den Hof des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Linde bezogen. Am Mittwoch hat dort zu festen Zeiten ein Team aus einem Arzt der Feuerwehr und einer Verwaltungskraft des Gesundheitsamtes die Arbeit aufgenommen. Wenn das Gesundheitsamt einen begründeten Verdachtsfall festgestellt hat, werden die Personen durch die Gesundheitsaufseher aufgefordert, die zentrale Anlaufstelle aufzusuchen, damit dort isoliert ein Abstrich zur Corona-Verdachtsklärung vorgenommen wird, ohne dass Arztpraxen oder Krankenhäuser mit potenziell infizierten Patienten belastet werden. Ist der Patient entweder gesundheitlich dazu nicht imstande oder hat kein eigenes Fahrzeug, kommt ein mobiles Team zu ihm.

Ausschließlich für diesen vom Gesundheitsamt festgestellten Personenkreis ist die Stelle gedacht. Es gibt dort für andere Personen keinerlei Beratung, Untersuchungen, Termine oder Tests. Patienten mit Symptomen, die auf eine Infektion hindeuten könnten, sollen sich wie bisher mit telefonischer Voranmeldung an ihren Hausarzt wenden. Begründete Verdachtsfälle sind nach der Definition des Robert-Koch-Instituts Patienten, die aus einem Risikogebiet kommen oder engen Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten und entsprechende Symptome für einen Corona-Verdacht aufweisen. Über die Notwendigkeit eines Tests entscheidet das Gesundheitsamt nach einer umfassenden Abklärung mit dem Patienten.

Ziel aller Maßnahmen ist es, Verdachtsfälle früh zu erkennen und diagnostisch abzuklären, sie zu isolieren und Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten, um eine Weiterverbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und der Lungenkrankheit COVID-19 einzudämmen.

(mivi)