Grüner Zoo: Bonobo Bili wird aktiv

Diskussion um Affen: Grüner Zoo: Bonobo Bili wird aktiv

Wie geht es Bonobo Bili? Um das Tier, das im Grünen Zoo Wuppertal lebt, hatte es in den vergangenen Wochen erhebliche Diskussionen gegeben, weil es in der Gruppe gemobbt und tätlich angegriffen wurde (wir berichteten).

Der Zoo hat am Mittwoch (27. Februar 2019) einen Statusbericht veröffentlicht. Der Wortlaut.

"Die positive Entwicklung bei der Eingewöhnung des zehnjährigen Bonobo-Mannes Bili hält an. Seit mehr als zwei Wochen befindet er sich wechselweise und in unterschiedlichen Konstellationen zusammen mit anderen Gruppenmitgliedern, um die sozialen Beziehungen zwischen den Tieren zu stärken. Zuletzt waren dies überwiegend der 55 Jahre alte Bonobo-Mann Mato sowie das 18-jährige Weibchen Muhdeblu und ihre fünfjährige Tochter Akeena, mit denen er aktuell vergesellschaftet ist.

Vergnüht: Muhdeblu und Bili. Foto: Grüner Zoo Wuppertal / Claudia Philipp

Wie erhofft, lässt sich eine deutliche Entspannung in der Bonobo-Gruppe beobachten und die sozialen Bindungen zwischen Bili und den Bonobos, mit denen er zusammen ist, stabilisieren sich offenbar. So spielen Akeena und Bili inzwischen öfter miteinander und Bili zeigt ihr auch, wenn es ihm zu viel wird.

Zwischen Muhdeblu und Bili ist es bereits zu sexuellen Kontakten gekommen. Auch das sogenannte Grooming wird immer wieder beobachtet und die Tiere ruhen mitunter beieinander. Insgesamt wirkt Bili mittlerweile deutlich entspannter, Aggressionen gegen ihn konnten zuletzt nicht mehr beobachtet werden.

Mato und Bili. Foto: Grüner Zoo Wuppertal / Claudia Philipp

Im weiteren Verlauf wird Bili die Gelegenheit bekommen, auch seine Bindung zu anderen Gruppenmitgliedern zu stärken. Ziel bleibt es, ihn in die bestehende Bonobo-Gruppe im Grünen Zoo Wuppertal zu integrieren, wie es von der Spezialistengruppe des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes empfohlen wurde.

Der Grüne Zoo steht dabei in ständigem Austausch mit Fachleuten und Institutionen, die über fundierte Kenntnisse zu Bonobos verfügen. Alle Beteiligten hoffen, dass die erfreuliche Entwicklung in der Zusammenführung der Tiere hält weiter anhält, auch wenn es natürlich immer wieder zu Rückschlägen kommen kann. Innerartliche Aggressionen sind auch in bestehenden Bonobo-Gruppen nicht ungewöhnlich und gehören zum artspezifischen Verhalten dieser Primaten.

Akeena und Bili. Foto: Grüner Zoo Wuppertal / Claudia Philipp

Im Freiland werden Bonobos von der Weltnaturschutzorganisation IUCN leider als stark gefährdet eingestuft. Neben dem Verlust ihres Lebensraumes ist die Bejagung eine der größten Bedrohungen der Bonobos, deren Fleisch als so genanntes ,Bushmeat' sehr begehrt ist. Der Grüne Zoo Wuppertal setzt sich mit der Unterstützung seines Fördervereins, dem Zoo-Verein und zusammen mit Freilandforschern bereits seit vielen Jahren für die Erforschung und den Schutz dieser Menschenaffen ein, deren Vorkommen auf die Demokratische Republik Kongo beschränkt ist.

Interessierte Gäste, die den Grünen Zoo besuchen möchten, können sich im Menschenaffenhaus jederzeit selbst einen eigenen Eindruck von Bili und den anderen Bonobos machen. Trotz der Einnschränkungen durch die aufgestellten Kameras, mit der die Bonobos zurzeit durchgehend beobachtet werden, ist ein ungehinderter Blick in die Anlage der Bonobos vom Besucherraum aus möglich."

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