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Wuppertaler Grüne fordern Ende der PCB-Freisetzung

Nächstebreck und Ronsdorf : Grüne fordern Ende der PCB-Freisetzung

Nachdem die Coroplast Fritz Müller GmbH & Co. KG in Nächstebreck sowie die Prysmian Kabel und Systeme GmbH in Ronsdorf von PCB-Emissionen betroffen sind, fordern die Wuppertaler Grünen Konsequenzen.

„PCB ist ein gesundheitsgefährdender bzw. krebserregender Stoff, der seit mehr als 30 Jahren nicht mehr hergestellt oder in Umlauf gebracht werden darf. Leider ist er dennoch in der Umwelt vorhanden und kann von uns aufgenommen werden“, so Bettina Brücher, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt. Dass dieser Stoff aber offenbar unbeabsichtigt bei der Produktion von silikonhaltigen Waren entstehen könne und in die Umwelt gelange, sei eine neue Erkenntnis und erfordere schnellstmögliches Handeln.

Die Stadt Wuppertal empfiehlt den Bürgerinnen und Bürger, in einem bestimmten Bereich in Nächstebreck vorsorglich kein Blattgemüse aus dem eigenen Garten zu verzehren. Auch die direkten Anwohnerinnen und Anwohner des Betriebes in Ronsdorf sollten diese Empfehlung berücksichtigen. Brücher: „Erfreulicherweise sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betriebe nicht von PCB-Belastungen betroffen. Unerfreulich aber ist, dass durch die Freisetzung von PCB in der Umwelt die Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner zusätzlich gefährdet ist, wenn beispielsweise selbstangebautes Blattgemüse in größeren Mengen verzehrt wird. Daher fordern wir die beiden Betriebe auf, die Produktion der silikonhaltigen Waren mit sofortiger Wirkung auf PCB-freie Verfahren umzustellen, der Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner zu Liebe.“

Die zurzeit gültige Gesetzeslage verbietet die Freisetzung von PCB in den silikonverarbeitenden Produktionsabläufen nicht. Mittlerweile habe der Bundesrat diese Gesetzeslücke erkannt und mit einer Änderung der Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen dafür gesorgt, dass die PCB-Freisetzung in silikonverarbeitenden Betrieben zukünftig vermieden werden müsse, so die Grünen: „Dieser Verordnung muss der Bundestag noch zustimmen, wann sie in Kraft tritt, ist noch offen. Doch bereits jetzt mit Bekanntwerden der Emissionen muss das Vorsorgeprinzip gelten!“