Langerfeld: Für die gute Nachbarschaft

Langerfeld : Für die gute Nachbarschaft

Dicht an den Menschen zu sein und zu bleiben, ist eine der wichtigen Tugenden des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). Seit 1994 leistet Sabine Münch mit ihrem Team Gemeinwesenarbeit auf dem Klingholzberg sowie auf der Hilgers- und der Köttershöhe.

Die Angebote richten sich stets neu auf die Nachfrage aus. Obdachlose, sozial Schwache, immer wieder gab es Flüchtlinge, Zuwanderer und Migranten, die hoch über dem östlichen Wuppertal ankamen und eine neue Heimat suchten.

Wer hilft, eine neue Wohnung auszustatten, Geld richtig einzuteilen, Anträge auszufüllen, bei Behördengängen und in schwierigen Lebens- und Familiensituationen — alles, oft ohne die deutsche Sprache ausreichend zu verstehen und zu sprechen? SkF-Fachbereichsleiterin Sabine Münch: "Wir stehen kostenlos und ohne Formalitäten Ratsuchenden zur Seite. Das machen wir unabhängig von Herkunft und Konfession, auch wenn unser SkF von der katholischen Kirche getragen wird."

Jeanette Remberg-Trump berichtet von einem Beispiel: "Die geflüchtete Familie X ist in die Köttershöhe in eine Wohnung der Eisenbahn-Bauverein e.G. gezogen. Die Eltern kommen zu uns in die Beratung, weil sie Hilfe beim Beantragen von Sozialleistungen brauchen. Im Lauf des Gesprächs stellt sich heraus, dass Tochter und Sohn sich wünschen, einen Freundeskreis aufzubauen. Beide passen altersmäßig in unsere jeweiligen Kinder- und Jugendgruppen. Sie finden schnell Anschluss. Auch können wir beide Kinder in der Schüler-Nachhilfe, insbesondere im Fach Deutsch, unterstützen. Die Mutter betreut noch einen Säugling und kann deshalb an keinem offiziellen Deutschkurs teilnehmen. Sie möchte aber gerne Deutsch lernen. Also ist sie in unserem Sprachcafé sehr gut aufgehoben. Sie bringt sogar noch ihre Schwester und eine Freundin mit. Der Vater, der schon länger in Deutschland ist, wünscht sich, hier bald in seinem Beruf arbeiten zu können. Bis dahin bietet er an, uns ehrenamtlich als Übersetzer zu unterstützen."

Im Bereich "Neues Wohnen" ist der SkF aktiv in Wohnanlagen — inklusive Kooperation mit Immobilieneigentümern. Jeannette Remberg-Trump: "Wir aktivieren Mieter zur Eigenverantwortung und zum Engagement für ihre Wohngemeinschaft, fördern kultur- und generationenübergreifend sozialen Frieden und lebendiges Miteinander. Das ist alles nicht mehr selbstverständlich in einer Nachbarschaft und wird woanders nicht gelehrt. Konfliktmanagement ist manchmal notwendig. Räumungsklagen müssen vermieden werden. Ordnung und Sauberkeit sind ebenso wichtig, wie Tipps für die Freizeitgestaltung und Hilfe bei Lebens- und Gesundheitsfragen."

Aus dem Wochenangebot der Gemeinwesenarbeit/Neues Wohnen: Sozialberatung, Jungengruppen, Mädchen- und Frauentreffs, Lerngruppen Englisch für Kinder im Vorschulalter, Nachhilfeangebote, Sprachcafé für syrische Flüchtlinge, Kreativ-Gruppen wie Näh- und Malkurse, Fußballschule, Kinderkarneval, Sommerfest, Nikolaus- und Weihnachtsfeiern, Picobellotag, Ostereiermalen, Mieterausflug, Flohmarkt. Deutschkurse gibt es für verschiedene Zielgruppen. Mittlerweile helfen junge Flüchtlinge, die mit SkF-Ehrenamtlichen Deutsch gelernt haben, neuen Zuwanderern im Sprachunterricht. Beratungszeit ist montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr.

+++++ Fakten +++++

Ab sofort ist der SkF unter dem Dach der Gesamtschule Langerfeld in der Heinrich-Böll-Straße 240 zu finden.

Der SkF freut sich immer über Mitstreiter. Voraussetzungen sind Freude am Umgang mit Menschen, Geduld, Offenheit, Toleranz, Einfühlungsvermögen, Interesse an anderen Kulturen. Ansprechpartnerin ist Sabine Münch, Telefon 64 26 63 oder 0176—234 565 93. Weitere Informationen auf www.skf-bergischland.de

Das Projekt "Nachbarschaft Köttershöhe" an der Köttershöhe 10 in einer ebv-Wohnanlage wird von Jeannette Remberg-Trump geleitet. Telefonischer Kontakt unter der Nummer 64 26 63 oder per E-Mail an jeannette.trump@skf-bergischland.de

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