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Langerfelder Kindermuseum: Entdeckungen vor der Haustür

Langerfelder Kindermuseum : Entdeckungen vor der Haustür

Ein Projekt des Langerfelder Kindermuseums ermöglichte Grundschülern eine kreative Annäherung an die Vielfalt im Quartier. Das Experiment brachte ungeahnte künstlerische Talente ans Licht.

Das Geländespiel musste ausfallen: Zu heiß. Wirklich gestört hat das aber nicht: Da war noch so viel Interessantes und überhaupt, ihrer Sicht der Dinge künstlerisch Ausdruck zu verleihen brauchte ja ohnehin Zeit. Langeweile war somit ein Fremdwort in den zehn Tagen, in denen sechs Langerfelder Jungen und Mädchen, jeweils von 10 bis 16 Uhr, ihren Stadtteil erkundeten und unter Anleitung der Wuppertaler Künstlerin Annette Marks so einige Details ´verewigten´.

"Ob mit Migrantenhintergrund oder nicht, die hier lebenden Kinder kennen in der Regel wenig von der Vielfalt des Quartiers. Einigen von ihnen, die ihre Sommerferien zu Hause verbringen, einmal etwas andere Einblicke in das nähere und weitere Umfeld zu ermöglichen, war die Intention des Projektes", erklärt Annette Harms, Leiterin des Kindermuseums.

Von ihr konzipiert und vom Unternehmen EDE finanziell getragen, wurde jeder Tag zum Abenteuer: Exkursionen durch Flora und Fauna, ein Besuch auf dem Bauerhof, Stippvisiten unter historischen Aspekten an gewesenen und noch vorhandenen industriellen Wirkungsstätten und, und, und. Das sorgte für spannende Erlebnisse sowie ganz neue Erfahrungen. "Im Wald haben wir Rinde von den Bäumen gesammelt und daraus Figuren gebastelt. Das war irgendwie aufregend", sagt Boris(8). Liona (10) hatte es eilig, Impressionen auf Leinwand zu bannen. "Ich habe Unbekanntes und Schönes im Viertel entdeckt. Und da wir ja auch malen sollten, wie wir das sehen, konnte ich es kaum erwarten, das zu machen."

Tierischen Spaß verspürte Tristan (8) auf dem Bauernhof: "Mufflons kannte ich vorher nicht. Die dort zu erleben war toll."
Zurück im Kindermuseum stand gemeinsames Kochen und Essen an. Und eine kleine Pause zum Ruhen oder Spielen, bevor "Handarbeit"gefragt war. "Einen Teil der Eindrücke modellieren oder auf Plane pinseln, da konnten die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen", berichtet Kindermuseums-Mitarbeiter Jakob Wecker. Und davon, mit welchem Elan die Teilnehmer zur Sache gingen. "Sie waren kaum zu bremsen dabei, Tiere oder Gebäude aus Gips zu formen und Motiven aus dem Viertel farbige Konturen zu verleihen."

Wobei zwei der entstandenen Werke besonders in Auge fallen: Ein großes buntes Mosaik mit den Worten "Danke EDE" und das Banner mit Szenen aus dem Viertel nebst importierter Schwebebahn. "So groß war das Interesse bei den Ausflügen, so motiviert, stellenweise übrigens mit überraschendem Talent, die gestalterische Umsetzung."

"Es ist einfach toll, mit diesem Team zu arbeiten", lobt Annette Marks die für sie eher ungewöhnliche Zusammenarbeit. "Bei den Kindern ist das Projekt gut angekommen. Ihre Heimat mal aus anderem Blickwinkel sehen, quasi neu zu erleben und partiell wiederzugeben, das war eine abwechslungsreiche, anregende und erfüllende Angelegenheit", ist sich Annette Marks sicher. Ebenso, dass das Projekt die Identifikation der Nachwuchstalente mit ihrem Quartier fördert.

Das wünscht sich auch EDE-Pressesprecherin Jennifer Probst: "Es liegt uns am Herzen, den Bezug der Bewohner, und gerade den der jungen, zum Stadtteil durch Projekte wie dieses zu stärken." Das Mosaik haben die Kinder EDE geschenkt, es hängt jetzt im Foyer des Unternehmens, das Banner kann am Gebäude Beyeröde 6 betrachtet werden.