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Wuppertal-Oberbarmen: Ehemalige Luhns-Fabrik wird inklusives Wohnhaus

Projekt in Oberbarmen : Die ehemalige Luhns-Fabrik wird inklusiv

Das Gebäudeensemble der ehemaligen Seifenfabrik Luhns in Oberbarmen steht seit langem leer. Ein Teil soll nun zu einem inklusiven Wohnhaus umgebaut werden.

„Villa Luhns mit Platz unter den Linden“: So der Arbeitstitel des Projekts. Angesichts des Zustands der Immobilie klingt das noch recht euphemistisch. Ralf Seidel und seine Frau, Sabine Tunnat-Seidel, haben vor etwa zwei Jahren das Gebäude an der Schwarzbach 91 gekauft. Direkt davor befindet sich die Bushaltestelle Hagener Straße. Die Front ist verblichen weiß, einige Fenster sind verbarrikadiert. Nur die Haltestelle hat irgendwann einen künstlerischen Anstrich erhalten und sieht aus wie ein gemütliches Sofa.

Im Inneren des Hauses, zu dem ein Anbau und ein 2.700 Quadratmeter großes Grundstück gehören, ist gerade gar nichts gemütlich. Das Hochwasser im Juli hat das Erdgeschoss überflutet, im Obergeschoss regnet es rein. „Wir dürfen nicht viel machen, weil die Baugenehmigung noch nicht vorliegt“, berichtet Ralf Seidel bei einem Rundgang mit der Rundschau. Nur Maßnahmen zum Hochwasserschutz seien derzeit möglich. Dabei ist alles vorbereitet für einen sofortigen Sanierungsbeginn. „Die Handwerksbetriebe stehen bereit und fragen regelmäßig, wann es losgeht“, erzählt Architektin Susann Köhler. Sie hält wortwörtlich die Pläne in der Hand und zeigt, wo möglichst bald was entstehen soll.

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Die Baugenehmigung, so erklärt sie, sei am 15. Dezember 2020 beantragt worden. Im Mai hätten sie eine Aufforderung erhalten, ein Schadstoffgutachten einzureichen. Dies sei geschehen. Doch seitdem habe sich nichts mehr getan.

Acht Wohnungen verschiedener Größen, zwei davon rollstuhlgerecht, die meisten für Mieter mit Wohnberechtigungsschein, wollen die Eheleute Seidel in dem alten Verwaltungstrakt der Luhns-Fabrik errichten. „Das Investitionsvolumen beträgt etwa 3,2 Millionen Euro“, sagt Sabine Tunnat-Seidel. Es werde aber jetzt schon teurer als geplant. Im Dezember 2019 hatten sie den Gebäudeteil Schwarzbach 91 von dem israelischen Investor gekauft, dem auch die angrenzenden Gebäude gehören.

Das Geld, das sie in das inklusive Wohnprojekt investieren, stamme, so Tunnat-Seidel, aus dem Verkauf von Firmenanteilen ihres Mannes. Sie selbst sei im sozialen Bereich tätig und so sei die Idee für das Haus für Menschen mit und ohne Behinderung entstanden.

 Architektin Susann Köhler (v.l.) und das Investorenehepaar Ralf Seidel und Sabine Tunnat-Seidel.
Architektin Susann Köhler (v.l.) und das Investorenehepaar Ralf Seidel und Sabine Tunnat-Seidel. Foto: Wölling/Seidel

Für die Realisierung des Projekts arbeiten Seidels unter anderem mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) sowie diversen Institutionen und Akteuren in Oberbarmen zusammen. So haben sie ihre Pläne auch auf der Stadtteilkonferenz für Oberbarmen und Wichlinghausen präsentiert. Gern würden sie Interessierte einladen, das Gebäude kennenzulernen.

Das sei aber wegen der Baustellensituation zurzeit nicht möglich, erklärt Sabine Tunnat-Seidel. „Nach Baubeginn wird es auch Veranstaltungen für die Öffentlichkeit geben“, kündigt sie an.