Kim Münster weiß, dass es auch tolle Filme über Tiere, Landschaften oder Wissenschaft gibt. Doch so richtig interessant wird es für sie, wenn sie sich zwischenmenschlichen Themen widmet. „Es ist spannender, Menschen und ihre Entwicklung zu sehen“, sagt sie. Emotional verknüpft zu sein schaffe eine größere Reflexionsfläche.
Die Idee zur Doku ist im Austausch mit Miriam Pflüger entstanden, die selbst in einem Kinoverleih gearbeitet hat und sich den BOB-Campus im Zentrum eines Films vorstellen konnte – und mit der „Montag Stiftung Urbane Räume“ fand Kim Münster dann eine Möglichkeit, den Film über die Oberbarmerinnen und Oberbarmer umzusetzen.
Bei vielen Besuchen – mit und ohne Kamera – lernte die Filmemacherin den Osten Wuppertals sehr gut kennen. „Ich kannte schon vorher die Färberei und die Arbeit der Mobilen Oase und fand das cool. Aber mit dem Berliner Platz beispielsweise habe ich schon eher gemischte Gefühle verbunden.“ Diese Vorurteile baute Kim Münster mit Laufe des Drehs ab. „Ich habe die Menschen sehr mögen gelernt“, sagt sie heute.
Deshalb freut sie sich auch sehr, einige bei der Filmvorführung wiederzusehen. „Die Geschichten von Lamine, Djomah, Coco, Laura, Wasseh, Djenaba und Sivan zeigen nicht nur, was die sieben Oberbarmerinnen und Oberbarmer umtreibt, sondern auch wie Communities entstehen, wie Menschen zusammenrücken, wenn sie gemeinsam ihren Stadtteil gestalten, und dass dadurch Gemeinschaften zusammenwachsen“, heißt es in der Ankündigung.
Und das in einem Stadtteil, in dem wirklich die unterschiedlichsten Menschen aufeinandertreffen – was auch die sieben im Film porträtierten Menschen widerspiegeln: „Hier leben viele Menschen, die hier ankommen, viele, die hier aufgewachsen sind – und die eben nicht nur in ihrer eigenen Community rumhängen.“
Wenn Kim Münster Filme macht, erweitert sie auch immer ihren eigenen Horizont und sagt mit Blick auf den zweiten Teil von „Inside Oberbarmen“: „Wuppertal hat so viele unterschiedliche Seiten – und das ist eine Bereicherung.“