Viel Redebedarf

Sportlich läuft es wieder beim Fußball-Oberligisten Wuppertaler SV. Beim 5:0-Heimsieg gegen den TV Jahn Hiesfeld offenbarte das Team von Trainer Thomas Richter in der ersten Hälfte der ersten und zweiten Halbzeit zwar weiterhin spielerische Defizite.

Der Wille, eine schwierige Partie unbedingt zu gewinnen, war aber da.

"Wir haben uns mit den Toren belohnt", atmete Richter auf. Am Sonntag (15 Uhr, Liveticker) sollen die nächsten Punkte eingefahren werden — im Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Baumberg, das aber aus Sicherheitsgründen im Stadion am Zoo angepfiffen wird.

Nicht minder bedeutsam ist die Mitgliederversammlung einen Tag später. Klar ist schon jetzt, dass der Verwaltungsrat (der später den Vorstand wählt) sein Gesicht verändern wird. Jörg Wolff, einer der Mitbegründer der Initiative "WSV 2.0", hat gegenüber der Rundschau bestätigt, nicht mehr zu kandidieren. "Da ist richtig", so der Unternehmer. "Weiter möchte ich mich dazu aber nicht äußern." Eine Entscheidung mit Tragweite, schließlich ist seine Firma ICG aktuell Trikotsponsor. Und das bleibt nicht so: "Nachdem im letzten Jahr nach interessanten Verhandlungen mit zwei möglichen Partnern beide zum Saisonbeginn doch abgesagt haben, bin ich kurzfristig eingesprungen, damit wir nicht mit leerer Brust auflaufen mussten. Ich bin zuversichtlich, dass die Verantwortlichen einen neuen Partner fürs Trikot finden."

Welche Zukunft prognostizieren Wolff dem WSV? "Hierzu möchte ich nichts sagen. Ich wünsche meinem Verein viel Erfolg. Ich bleibe ja Mitglied und werde die Spiele weiterhin mit Freude besuchen."

Nach Rundschau-Informationen treten mindestens zwei weitere Verwaltungsräte nicht mehr an. Hintergrund in diesen Fällen sind unterschiedliche Auffassungen über die künftige Personalpolitik. Auf der turbulenten letzten Sitzung des Verwaltungsrates war von Teilen der Vorstoß unternommen worden, einen ehemaligen WSV-Funktionär in das Gremium zu holen. Das lehnten einige andere ab. Wie der Meinungskonflikt endet, ist noch offen. Die Wahl haben ohnehin die Mitglieder.

Vor dem Wuppertaler Amtsgericht kommt es unterdessen heute zum Gütetermin zwischen dem ehemaligen Vorsitzenden Klaus Mathies und dem Vorstand, der ihn aus dem Verein ausschließen will. Mathies hat eine Offenlegung der Finanzen beantragt. Der Vorstand bittet derweil die Mitglieder, maximal drei Jahre lang jeweils 20 Euro mehr zu zahlen. Damit sollen die Kosten des Insolvenzverfahrens beglichen werden.