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Handball-Bundesligist Bergischer HC im Pokal bei MT Melsungen

Handball-Pokal: Mittwoch ab 19:30 Uhr : Livestream: Melsungen – Bergischer HC

In der Handball-Bundesliga läuft es für den Bergischen HC gerade nicht wie gewünscht. All das zählt am Mittwochabend (15. Dezember 2021) ab 19.30 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle aber nicht. Dort treten die Löwen im Achtelfinale des DHB-Pokals gegen die MT Melsungen an.

„Der Kopf ist nicht frei, nur weil es ein anderer Wettbewerb ist“, sagt Trainer Sebastian Hinze. „Aber es ist vielleicht trotzdem gut, dass man mal aus dem Bundesliga-Rhythmus rauskommt und ein K.o.-Spiel hat, in das man alles hereinwerfen kann. Spiele helfen uns derzeit generell.“

Livestream: MT Melsungen – Bergischer HC

Mit einem Sieg würde der BHC zum ersten Mal seit der Saison 2015/16, als er beim Final-Four in Hamburg dabei war, wieder ins Viertelfinale einziehen. Nomineller Favorit in der Partie ist jedoch die MT Melsungen, die auch im Bundesliga-Duell vor knapp zwei Monaten knapp mit 26:24 Sieger gegen die Bergischen blieb.

„Gerade im Abwehr-Tempospiel treten die Melsunger seitdem noch gefestigter auf“, sagt Hinze. Die 6:0-Abwehr legt es wie bei den meisten Bundesligisten auf Ballgewinne an, agiert aber nicht mehr ganz so aggressiv bis hin zu einer 3:3-Formation, die bei den Nordhessen zwischenzeitlich auch einmal angesagt war.

Der starke Kader, zu dem mit Timo Kastening, Silvio Heinevetter, Julius Kühn, Tobias Reichmann, Finn Lemke und Kai Häfner sechs deutsche Nationalspieler zählen, erfüllt aber auch in dieser Saison wohl noch nicht ganz die Erwartungen. 16:14 Punkte hat die MT auf dem Bundesliga-Konto. Der spektakulärste Sieg gelang der Mannschaft beim 25:24 gegen die Rhein-Neckar Löwen, als die Mannheimer beim Stand von 24:24 den vermeintlich letzten Angriff hatten, den Ball aber verloren und durch einen direkten Freiwurf von Julius Kühn doch noch als Verlierer nach Hause fuhren.

„Für uns ist es in der Abwehr wichtig, eine gute Distanz zu haben“, sagt Hinze. „Das werden wir während des Spiels auch immer wieder anpassen müssen.“ Besonders entscheidend ist für den BHC-Coach aber das Auftreten der eigenen Mannschaft über die vollen 60 Minuten. Mit der Vorstellung beim 21:25 in Minden war der 42-Jährige natürlich nicht zufrieden: „40 Minuten haben wir es gut gemacht, werden aber dann zu ungeduldig, machen leichte Fehler und verlassen letztlich unsere Linie.“

Der Frust sei bei allen Beteiligten entsprechend hoch gewesen. Es sei unverkennbar, dass einige ihrer Form hinterherlaufen, aber „es geht jetzt darum, Lösungen zu finden. Was können wir besser machen, um wieder Sicherheit in unser Spiel zu bekommen?“ Hinze führte daher viele Einzelgespräche, und auch in größerer Runde suchte die Mannschaft nach den richtigen Ansätzen. „Es ging dabei nicht um Schuldzuweisungen, sondern ausschließlich darum, wie wir die Situation verbessern können.“

In Minden haben es die Bergischen nicht geschafft, missglückte Aktionen wegzustecken. Dass dies einfacher gelingt, wenn die Personaldecke größer ist und Wechseloptionen bestehen, ist klar. Doch die Baustelle im Rückraum wird wohl noch eine Weile bestehen bleiben.

Linus Arnesson und Fabian Gutbrod fallen mit Sprunggelenks- beziehungsweise Schulterverletzungen bis Ende des Jahres aus. Bei Lukas Stutzke besteht eine Minimalchance. Der Rückraum-Linke hatte sich einen Muskelbündelriss zugezogen, ist Anfang der Woche aber wieder leicht ins Training eingestiegen. Gesetzt sind auf den Rechtshänder-Positionen aktuell damit nur Tomas Babak und Alexander Weck.

Die Vorfreude auf das Pokalspiel ist bei den Löwen inzwischen wieder zu spüren. „Nach Minden war die Stimmung natürlich erstmal nicht so gut und der Frust groß, aber jetzt merkt man, dass alle wieder Bock aufs Spiel haben“, sagt Hinze, der sich selbst einschließt. „Es ist eine Chance, dass wir wieder einen Schritt nach vorne kommen.“