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NABU-Aktion zum Artenschutz​: Schwalben willkommen heißen​

NABU-Aktion zum Artenschutz : Schwalben willkommen heißen

Der Naturschutzbund (NABU) zeichnet Menschen aus, die Schwalbennester auf ihrem Grundstück befestigen. Denn der Zugvogel ist stark bedroht.

Nur ein wenig größer als eine offene Hand sind die aus Gips gefertigten Nester, die Till Iseke gemeinsam mit Naturschützer Benny Trapp an diesem Abend am Balken der großen Scheune auf dem Gelände der „Natursteinbrüche Bergisch Land“ aufhängt. An zwei Holzbrettern, jeweils zehn Stück, gefertigt aus Gips und Stroh. Kleine Brutmöglichkeiten, die so viel ändern sollen.

Benny Trapp hat die Nester eigens gebaut. „Ich versuche immer, wenn es um den Naturschutz geht, mich einzubringen“, sagt der Natur- und Tierfotograf. Aber auch im Fachhandel gibt es die Bruthilfen zu kaufen. Jeder kann aktiv werden.

Die Bruthilfen sollen Schwalben, deren Bestand immer mehr in unserer Region zurückgeht, ein Zuhause bieten. Allein durch die Bruthilfen, die auf dem Unternehmensgelände angebracht wurden, könnte sich eine ganze Kolonie ansiedeln. „Deshalb macht jedes einzelne Nest einen großen Unterschied“, betont Dominic Stuhl.

Er ist der dritte Mann, der sich an diesem Herbstabend auf dem Gelände der Firma „Natursteinbrüche Bergisch Land“ eingefunden hat. Er vertritt den Naturschutzbund und zeichnet heute die Familie Iseke, die den anliegenden Steinbruch und den Natursteinhandel betreibt, als „schwalbenfreundliches Haus“ aus.

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Unternehmensgebäude, Scheunen, aber auch jedes Privathaus kann die Auszeichnung, die als eine Plakette verliehen wird, beim NABU beantragen. Denn tatsächlich, sagt der NABU-Projektleiter für den Eulen- und (Greif-)Vogelschutz, können Schwalben überall nisten, wo sie eben eine Möglichkeit dazu vorfinden. „Ich habe neulich ein innerstädtisches Reihenhaus besucht. Auch dort haben sich die Schwalben wohlgefühlt“, erzählt Dominic Stuhl.

Jedes Nest ist eine Hilfe für die Schwalben. Und die braucht die vom Aussterben bedrohte Zugvogel dringend. Denn oft finden die Vögel selbst kein Nistmaterial mehr, um sich in unserer Region niederzulassen und zu brüten.

Schwalben bauen ihre Nester aus Lehm, den sie mit Pflanzenhalmen oder Tierhaaren vermischen. Durch die Trockenheit finden sie immer seltener Pfützen, aus denen sie den Lehm mit ihrem Schnabel abtragen können“, erklärt der NABU-Projektleiter.

Die monokulturell angelegte Landwirtschaft habe zudem die Insektenpopulationen in den vergangenen Jahren massiv reduziert. Somit ist auch die Nahrungssuche für die eleganten Flugkünstler immer beschwerlicher geworden. Mit dem Steinbruch und seiner noch erhaltenen Artenvielfalt sind nun auf dem Gelände der Familie Iseke neue Brutmöglichkeiten und Lebensräume entstanden.

„Ich hoffe, Tieren hier direkt zu helfen, aber auch unsere Kundinnen und Kunden auf eine Idee zu bringen“, sagt Steinbruch-Geschäftsführer Till Iseke. Denn direkt unter der Scheune, in denen bald die Schwalben einziehen könnten, werden in der Natursteinausstellung tagtäglich Menschen – und somit potenzielle Artenschützer – beraten.

Mehr Nester, mehr Schwalben. Dominic Stuhl hofft, dass sich noch viele Wuppertalerinnen und Wuppertaler für den Vogelschutz begeistern lassen. „Eine Garage, eine Hauswand und eben ein paar Nester sind schon wirkungsvolle Hilfe, damit wir die Schwalben als typischen und doch so beliebten Sommervogel in unserer Region erhalten zu können.“