Drei Neubauten mit mehr als 70 exklusiven seniorengerechten Wohnungen rund um die historische Villa Amalia, die als gemeinschaftlicher Mittelpunkt mit Gastronomie, Fitness-Center, Bibliothek und weiteren Service-Einrichtungen fungiert - in diesem Setting will die „Schönes Leben Gruppe“ ihr bereits an sechs Standorten bundesweit erprobtes Residenz-Modell auch in Wuppertal etablieren. Die eigentlich schon für 2024 geplante Eröffnung hat aber bis heute auf sich warten lassen.
Schönes Leben-Geschäftsführer Kip Sloane erklärt im Gespräch mit der Rundschau die Gründe - und die Firmenkonstellation im Hintergrund. Die „Schönes Leben Gruppe“ ist als künftiger Residenz-Betrieber nämlich nur Mieter des Komplexes aus Villa und den neuen Residenzen, dessen Herstellung in der Hand eines Bauträgers liegt, und hängt damit am sprichwörtlichen „Fliegenfänger“. Sloane dazu: „Das erste Problem war eine falsch gesetzte Spundwand für die Neubauten, die zum Baustopp geführt hat. Dieser Tiefbau-Fehler hat anderthalb Jahre gekostet.“
Die Verzögerung habe man noch teilweise kompensieren können, dann seien aber Probleme mit der Unteren Denkmalbehörde hinzugekommen. Laut Sloane hakte es hier bei der Kommunikation zwischen Stadt und Bauträger, der Innenarbeiten in der schwer sanierungsbedürftigen Villa ohne Freigabe gestartet habe - mit der Konsequenz, dass auch hier Ende 2024 ein Baustopp verhängt wurde. „Von November bis September konnte nichts gemacht werden“, so Sloane, der sich dabei durchaus selbstkritisch gibt: „Wir hätten uns da früher einschalten müssen.“
„Da hängen ja viele ältere Menschen dran“
Schließlich waren die Konsequenzen gravierend, dessen Unternehmen diese Verzögerung mit Blick auf schon geschlossene Verträge mit Interessenten zu schaffen machte. „Da hängen ja viele ältere Menschen dran, die zum Teil ihr Haus verkauft haben und nicht wissen, wo sie nächstes Jahr wohnen sollen. Wir haben uns bemüht, Übergangslösungen für sie zu finden und immer offen kommuniziert.“
Das bestätigt Stefan Jacobs, dessen Vater zu den Betroffenen gehört. Er erinnert sich: „Das war nicht schön. Man verlässt sich ja auf den Einzugstermin, jetzt ist er in einer anderen Schönes Leben-Residenz untergebracht. Aber er sagt: „Wann komme ich endlich in die Heimat?“
Öffentliche Gastronomie im Denkmal geplant
Die Antwort aktuell: „Wir wollen am 1. November starten, da ist auch noch ein Puffer drin“, so die Botschaft von Kip Sloane für alle Einzugswilligen. Zeitgleich sollen auch alle Service-Einrichtungen in der Villa an den Start gehen. Deren Gastronomie im repräsentativen Erdgeschoss samt Außenterrasse soll dann auch öffentlich sein und Anziehungspunkt für das Viertel werden. Dieses Modell habe sich an den anderen Standorten genauso bewährt wie ernst zu nehmende Kulturangebote in Kooperation mit lokalen Künstlern jenseits üblicher Alteneinrichtungs-Klischees.
Die Nachfrage für die barrierefreien Wohnungen im hochpreisigen Segment, bei denen unterschiedliche Servicepakete bis hin zu den Leistungen des unternehmenseigenen ambulanten Pflegedienstes zugebucht werden können, ist offensichtlich da. „Wir schauen auf über 50 Prozent Vorvermietung und werden zur Eröffnung so gut belegt sein, wie wir das selten erlebt haben. Wuppertal hat uns positiv überrascht“, nennt Sloane die Zahlen dazu und sieht sich trotzdem einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt: „Wir sehen, dass das Konzept ankommt. Aber wir hatten noch nie so eine Verzögerung.“
Dass rund 70 Prozent der Interessenten aus Wuppertal und dem Bergischen Städtedreieck kommen, zeigt laut Residenz-Managerin Malahat Dinkelmann den entsprechenden Bedarf in der Region. Deshalb stehen für die Schönes Leben-Gruppe die Zeichen trotz der Bauprobleme in Wuppertal auf Expansion. „Sechs weitere Standorte sollen dazukommen“, kündigt Sloane an, „aber ohne Denkmal ...“