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Wuppertal: Volksbank-Filiale Elberfeld zieht an den Döppersberg

Volksbank im Bergischen Land : Filiale Elberfeld zieht an den Döppersberg

Die bisher an der Herzogstraße heimische Elberfelder Filiale der Volksbank wird an den Döppersberg verlegt. Das gab das Genossenschafts-Institut heute bei seiner Bilanzpressekonferenz bekannt.

Der Vorstandsvorsitzende Andreas Otto: „Für uns ist das ein interessanter Standort. Wir setzen da auf die Attraktivität des Döppersbergs.“ Die Filiale soll in die Ladenzeile unmittelbar neben dem Aufgang zur ehemaligen Bahnhofsdirektion ziehen. Logisch, dass man deshalb auch die aktuelle Diskussion um die Anmietung des Komplexes durch Stadt, Jobcenter und Uni im Auge hat. „Das wäre eine wichtige Entscheidung, die den Standort enorm aufwertet“, so Otto.

Der Filial-Umzug hat aber auch technische Gründe: An der Herzogstraße habe man keine Möglichkeit gehabt, die Flächen barrierefrei zu gestalten, und auch der Einbau modernerer Sicherheitstechnik sei schwieriger. Am Döppersberg dagegen seien Infrastruktur und Erreichbarkeit optimal. Der Standortwechsel soll voraussichtlich im Sommer vollzogen werden.

Neben den Umzugsplänen hatte der Volksbank-Vorstand vor allem gute Zahlen zu präsentieren. Die Bilanzsumme der Bank, die 2017 aus der Fusion der Institute in Wuppertal, Solingen und Remscheid enstand, stieg um rund 300 MIllonen auf 2,9 Milliarden Euro. Mehr als doppelt so viel wie geplant, weil die Kundeneinlagen im Zuge der Corona-Pandemie enorm gewachsen sind. Das geparkte Geld über Kreditvergaben wieder in Umlauf zu bringen, gelang bei diesem Zufluss nur sehr begrenzt. Einziges Problem dabei: Für die „geparkten“ Gelder ihrer Kunden müssen Banken aktuell Negativzinsen an die Europäische Zentralbank abführen. „Für 100.000 Euro, die bei uns liegen, müssen wir 500 Euro im Jahr bezahlen“, macht Otto deutlich, was aktuell sämtliche Banken in Deutschland umtreibt. Und findet: „Es ist schon schizophren, wenn ein Banker davon redet, dass Geld, das ihm zufließt, belastend ist.“

Die Volksbank reagiert auf die Thematik, indem Bestandskunden bei Einlagen ab 250.000 Euro und Neukunden ab 100.000   Verwahrentgelte zahlen müssen. Und das stoße durchaus auf Verständnis. Grundsätzlich sei aber das Ziel, die Kunden von sinnvollen Anlageformen zu überzeugen - auch vor dem Hintergrund steigender Inflationsrisiken und Altersvorsorge-Erfordernissen.

 Die Volksbank-Vorstände Andreas Otto (l.) und Lutz Uwe Magney.
Die Volksbank-Vorstände Andreas Otto (l.) und Lutz Uwe Magney. Foto: Volksbank/Bettina Osswald

Unter dem Strich blickt die Volksbank auf ein erfolgreiches Jahr zurück und konnte deshalb auch viel soziales und gesellschaftliches Engagement in ihrem Geschäftsgebiet entfalten. Das reicht von Mettmann und HIlden über Velbert, Wuppertal, Schwelm, den Oberbergischen Kreis, Remscheid und Solingen bis nach Burscheid. Hier wurden 2020 rund 18 Millionen Euro Gewinn nach Steuern erwirtschaftet. Damit kann primär das Eigenkapital (Quote aktuell 17,4 Prozent) weiter gestärkt werden. „Wir können damit jeden Kreditwunsch im Bergischen Land erfüllen“, betont Otto.

Dass die Zahl der Genossenschafts-Mitglieder - bei der Volksbank sind die Kunden zugleich Anteilseigner - trotz der Erfolgsgeschichte gesunken ist, hat eine natürliche Ursache: Rund 400 Mitglieder sind im vorigen Jahr verstorben, neue kamen nicht in gleichem Maße hinzu. „Die Demographie ist da derzeit gegen uns“, sagt Ottos Vorstandskollege Lutz Uwe Magney, der glaubt, dass der eigentlich sehr gute Genossenschaftsgedanke vielleicht nicht modern genug klinge. „Wir wollen daher jetzt verstärkt junge Kundenkreise gewinnen.“ Ein gutes Argument hat er dabei mit Blick auf 2020 auf jeden Fafll an der Hand: Der Vorstand schlägt der Vertreterversammlung vor, den Mitgliedern auf ihre Genossenschaftsanteile 4 Prozent Dividende zu zahlen.