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Wuppertal bekommt sein Tanzzentrum

Wuppertal bekommt sein Tanzzentrum

Jetzt ist es beschlossen: Der Bund stellt 28,2 Millionen Euro für den Bau des Pina-Bausch-Zentrums bereit. Die andere Hälfte der Kosten für den Umbau des ehemaligen Schauspielhauses teilen sich das Land und die Stadt Wuppertal.

Erst mal ein Selfie. Dietmar Bell, und Andreas Bialas (SPD-Landtagsfraktion) sowie Stadtdirektor Johannes Slawig (CDU) lachen glücklich-zufrieden in die Handykamera. Ein Moment, den sie festhalten wollen. Denn sie haben es geschafft. Ihre Idee eines Pina-Bausch-Zentrums in Wuppertal wird nun in die Realität umgesetzt. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am Donnerstag beschlossen, den Umbau des Schauspielhauses zum Internationalen Tanzzentrum mit 29,2 Millionen Euro zu fördern. Je weitere 14,5 Millionen Euro müssen nun sowohl das Land NRW wie die Stadt Wuppertal aufbringen. "Wir drei", sagt Andreas Bialas, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, beim Pressetermin vor dem Schauspielhaus in Richtung Bell und Slawig, "gehen darauf mal ein Bier trinken."

Verdient. Rechnet man doch mit einer enormen Strahlkraft, die das Pina-Bausch-Zentrum entfalten wird. Das Nutzungskonzept, das Stefan Hilterhaus entwickelt hat, sieht vier Elemente vor: die Pina Bausch Stiftung, das Tanztheater Wuppertal, ein Produktionszentrum, das internationale, spartenübergreifende Aufführungen einlädt und koproduziert, sowie ein Bürger-Forum "Wupperbogen" als Podium für Kongresse und Foren. "Dieses Konzept ist europaweit einzigartig für den Bereich des Tanztheaters", lobt Dietmar Bell.

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Nicht zu unterschätzen: die Symbolkraft. Lange galt das langsam verfallene Haus an der Kluse bundesweit als Zeichen für den Niedergang der Stadttheaterkultur. "Jetzt ist es ein Signal für den Aufbruch Wuppertals", so Andreas Bialas.

Und das Geld? Immerhin sind 14,5 Millionen Euro für Wuppertal keine Peanuts. "Das wird ein Kraftakt, aber es ist machbar", erklärt Kämmerer Johannes Slawig. Zehn Millionen Euro habe man bis 2020 bereits für das Tanzzentrum im Haushaltsentwurf eingeplant. "Die fehlenden Millionen werden wir durch Umschichtungen aber auch aufbringen können", so Slawig zuversichtlich.

Die Planungen zum Umbau können nun also beginnen. Man rechnet damit, dass das Pina-Bausch-Zentrum in rund sieben Jahren eröffnet werden kann. Wie hoch die Betriebskosten sein werden, das soll eine Machbarkeitsstudie zeigen, die derzeit erstellt wird. Klar ist aber, dass Wuppertal den Betrag nicht stemmen kann. Auch hier setzt man auf die Hilfe von Land und Bund. "Immerhin ist Pina Bausch ein nationales Kulturgut", erklärt Slawig. Dass der Betrieb zu Lasten anderer Sparten der Bühnen geht, glaubt er nicht.

Über das neue Leben im ehrwürdigen Schauspielhaus freut sich auch Oberbürgermeister Andreas Mucke. "Zusammen mit dem neuen Döppersberg erfährt dieser Platz eine städtebauliche Aufwertung."