Jahreswechsel 2016/17: Silvesterraketen und Banner an der JVA

Jahreswechsel 2016/17 : Silvesterraketen und Banner an der JVA

Die Wuppertaler Polizei musste von Samstagabend bis Sonntagmorgen (31. Dezember 2016 / 1. Januar 2017) insgesamt 215-mal ausrücken. Rund 100 Einsätze bezogen sich auf die Silvester-Feierlichkeiten. Dies entspricht ungefähr den Zahlen des Vorjahres.

Gründe waren unter anderem Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Ruhestörungen. 13 Personen kamen "zur Verhinderung weiterer Straftaten" ins Gewahrsam. Die Polizei sprach neun Platzverweise aus. 13 Personen verletzten sich bei Auseinandersetzungen oder durch den Einsatz von Pyrotechnik.

An der Justizvollzugsanstalt in Wuppertal-Ronsdorf schossen gegen 22.30 Uhr mehrere Unbekannte Silvesterraketen in Richtung des Gefängnisses. Sie skandierten Parolen durch ein Megafon und befestigten ein Banner mit der Aufschrift "Nicht der Mensch ist kriminell, sondern seine Lebensumstände" an der Mauer. Die Polizei kontrollierte eine Gruppe im Alter von 18 bis 36 Jahren. Bei der Aktion kam niemand zu Schaden.

Gegen 2 Uhr mussten die Einsatzkräfte in die Arnoldstraße. Der Vorwurf gegen zwei 25 und 26 Jahre alte Männer lautete Hausfriedensbruch. "Der 25-Jährige versuchte dabei einen Polizisten über ein Treppengeländer zu stoßen, was durch das Eingreifen zweier Kollegen verhindert werden konnte. Im weiteren Verlauf des Einsatzes kam es zu körperlichen Angriffen durch die Männer, wobei zwei Polizisten so schwer verletzt wurden, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten und nicht mehr dienstfähig sind", heißt es aus dem Präsidium.

An der Neviandtstraße kam ein 32-Jähriger einem Platzverweis nicht nach, schlug einem Polizisten mit der Faust ins Gesicht und verletzt ihn leicht. An der Gathe schoss ein 27-jähriger Wuppertaler mit einer PTB-Waffe auf das Gebäude des Autonomen Zentrums. Bei der Überprüfung des 27-Jährigen und der Sicherstellung der Waffe wurden die Polizistin und ihr Kollege aus dem Gebäude heraus mit Feuerwerkskörpern beschossen. Die Polizistin erlitt Verletzungen.

Aus Sicht der Wuppertaler Feuerwehr verlief der Jahreswechsel relativ ruhig. Sie verzeichnete keine großen Brände oder Einsätze.

Die Hauptausgabe bestand darin, rund 30 Kleinbrände zu löschen. Angezündet worden waren vor allem Papier- und Müllcontainer. Nur einmal wurde es brenzlig: Hinter einem Haus an der Remscheider Straße brannte ein PKW. Das Feuer hatte bereits auf Teile der Hausfassade übergegriffen und drohte sich weiter auszubreiten. Glück im Unglück: Die installierten Rauchmelder rissen die Bewohner aus dem Schlaf. Die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Ronsdorf und Linde sowie der Berufsfeuerwehr aus Barmen verhinderten Schlimmeres. Die Bewohner (74 und 70 Jahre) konnten anschließend wieder in ihre Wohnung.

Der Rettungsdienst fuhr rund 100 Einsätze. "Hierbei gab es die für Silvester üblichen Verletzungen und Erkrankungen aufgrund von zu viel Alkoholkonsum und Feuerwerkskörpern", hieß es.

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