Ranking: Hier leben die Millionäre

Ranking: Hier leben die Millionäre

Im Bundesland Nordrhein-Westfalen leben bundesweit die meisten Einkommensmillionäre — doch nicht in allen Regionen fühlen sie sich gleichermaßen wohl. Welche Städte und Gemeinden haben also die Nase vorn?

Im Bundesland Nordrhein-Westfalen leben bundesweit die meisten Einkommensmillionäre — doch nicht in allen Regionen fühlen sie sich gleichermaßen wohl. Welche Städte und Gemeinden haben also die Nase vorn?

Viele Menschen in Deutschland träumen von siebenstelligen Beträgen auf ihrem Konto — nur für wenige erfüllt sich dieser Wunsch aber auch. Dennoch steigt die Zahl der Millionäre in Deutschland stetig an, so das Ergebnis einer Zählung des Statistischen Bundesamtes. Demnach gab es im Jahr 2013 allein in Wiesbaden knapp 2.800 mehr Einkommensmillionäre als noch im Jahr 2010. Wenn man betrachtet, wie die Menschen zu ihrem Geld gekommen sind, gibt es unterschiedliche Wege. Manche hatten Glück beim Eurojackpot, andere haben eine große Summe geerbt, bei "Wer wird Millionär?" teilgenommen oder arbeiten im Top-Management eines internationalen Konzerns. Während die Statistik also leider nicht den einen Weg zum Reichtum entlarven konnte, stechen stattdessen andere Zahlen bei den Ergebnissen ins Auge: Dieser Reichtum ist in Deutschland nämlich nicht gleichmäßig verteilt, sondern es gibt Regionen mit über- oder unterdurchschnittlich vielen Reichen.

Einerseits lassen sich Unterschiede zwischen den deutschen Bundesländern feststellen. In Nordrhein-Westfalen lebten im Jahr 2013 exakt 4.624 Einkommensteuerpflichtige mit einem Gesamtbetrag von mehr als einer Million Euro oder mehr — womit NRW die deutschlandweite Spitzenposition einnimmt. Auf Platz zwei lag Bayern mit 3.806 Einkommensmillionären und auf dem dritten Rang folgte mit 2.989 Großverdienern Baden-Württemberg. Somit sind NRW und der Süden Deutschlands die beliebtesten Wohn- und Arbeitsorte für Großverdiener. Dies kann zweierlei Gründe haben: Einerseits herrscht hier ein vergleichsweise hohes Lohnniveau, sodass schlichtweg mehr Menschen ein entsprechend hohes Gehalt einfahren können. Andererseits sind die Reichen aber auch freier in der Wahl ihres Wohnortes, oft nicht einmal mehr an einen Arbeitsplatz gebunden. In NRW sowie den südlichen Bundesländern scheint es den Großverdienern also auch einfach am besten zu gefallen.

Auf dem letzten Platz lag mit 73 Einkommensmillionären übrigens das Saarland. Demnach scheint auch die Größe des Landes eine Rolle zu spielen. Klar: Wo mehr Menschen leben, sind mit höherer Wahrscheinlichkeit auch mehr Einkommensmillionäre zu finden. Insgesamt zählte Deutschland im Jahr 2013 gerade einmal 17.429 Einkommensteuerpflichtige mit einem Gesamtbetrag der Einkünfte von mehr als einer Million Euro, wobei deren Durchschnittseinkommen bei 2,7 Millionen Euro lag — und darin sind Kapitaleinkünfte nicht einmal inbegriffen, sodass die Dunkelziffer an Einkommensmillionären noch einmal deutlich höher sein dürfte.

Die Größe und dichte Besiedelung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, das überdurchschnittliche Lohnniveau, die Ansiedelung zahlreicher Großkonzerne sowie die hohe Lebensqualität sind also einige der Gründe dafür, weshalb NRW die Liste der Bundesländer mit den meisten Einkommensmillionären anführt. Dennoch lassen sich hierbei regionale Unterschiede feststellen. Nicht überall in Nordrhein-Westfalen scheint es den Reichen nämlich zu gefallen. Laut einer Statistik aus dem Jahr 2014 lag die Zahl der Einkommensmillionäre in NRW schon bei 4.443, was einen weiteren Anstieg gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Diesmal wurden aber auch die einzelnen Regionen aufgedröselt: Während nur 1.944 der Einkommensmillionäre in Westfalen-Lippe lebten, fühlten sich 2.499 im Rheinland wohler. Bei den Städten hatte Köln die Nase vorn, dicht gefolgt von Düsseldorf.

Wirklich interessant wird es jedoch erst, wenn die Zahlen in den Vergleich zur Einwohnerdichte gesetzt werden — sprich die Ermittlung der "Millionärsdichte" pro 1.000 Einwohner. Mit einem Ergebnis von 12,9 nimmt dann nämlich Meerbusch den ersten Platz ein. Düsseldorf landet plötzlich nur noch auf Platz 16. Engelskirchen belegt den zweiten und Haan den dritten Rang. Ebenfalls beliebt sind Neuenrade sowie Sundern im Sauerland.

Wirklich begehrt sind die Großstädte unter den Reichen also nicht. Düsseldorf, Bonn, Münster und Köln tummeln sich auf den hinteren Plätzen, das Schlusslicht bildet Duisburg. Etwas beliebter ist Essen. Eine geringe Millionärsdichte weisen zudem Rommerskirchen sowie Kalkar auf. Weiterhin gibt es natürlich eine Menge kleinerer Städte oder weniger dicht besiedelte Regionen, in welchen überhaupt keine Einkommensmillionäre zu finden sind. Interessant ist hingegen, dass für einige Städte zwar Zahlen vorliegen, diese laut RP Online aber geheim gehalten werden. Beispiele dafür sind Dormagen, Oberhausen oder Brüggen. Die Vermutung liegt nahe, dass hier durchaus hohe Millionärsquoten herrschen. Auch der eine oder andere Milliardär wird hier Gerüchten zufolge vermutet. Um die Identität der betreffenden Einwohner zu schützen, werden daher vor allem in kleineren Städten solche Erhebungen oftmals geheim gehalten. Es solle nicht möglich sein, von den Fallzahlen auf Einzelpersonen zu schließen, so eine Sprecherin von IT.NRW.

Auffallend an den zitierten Statistiken ist natürlich deren Alter. Zwar vermuten Experten keine drastischen Trendwendungen seit dem Jahr 2013 beziehungsweise 2014, jedoch war eine neue Erhebung bereits für das Jahr 2017 geplant. Bislang stehen aktuelle Ergebnisse aber noch aus und es scheint unklar, wann solche veröffentlicht werden. Spekulationen zufolge ist die Zahl der Einkommensmillionäre in ganz Deutschland sowie natürlich parallel in Nordrhein-Westfalen seither stetig angestiegen. Auch die Verteilung der Millionärsdichte innerhalb von NRW dürfte sich nur geringfügig verändert haben. Aufgrund der fehlenden Puzzleteile durch die Geheimhaltung, wird es aber auch in Zukunft voraussichtlich kein vollständiges Abbild der Vermögensstruktur in Nordrhein-Westfalen geben. Zudem wurden in der Erhebung, wie bereits erwähnt, keine Kapitaleinkünfte berücksichtigt. Interessant waren ihre Ergebnisse dennoch und NRW wartet gespannt auf die nächste Statistik.

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