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NRW-Rettungsmedaille an zwei Wuppertaler verliehen

Auszeichnung : NRW-Rettungsmedaille an zwei Wuppertaler verliehen

Ministerpräsident Armin Laschet hat am Dienstag (6. Oktober 2020) im Steigenberger Grandhotel Petersberg in Königswinter 21 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet. Dazu gehörten Partie Rzgar und Antonio Sperlongano aus Wuppertal, die am 23. Juni 2018 zwei Personen nach einer Gasexplosion aus den Trümmern bzw. aus einem einsturzgefährdeten Haus an der Lenneper Straße befreiten.

In der Laudatio heißt es: „Am späten Abend des 23. Juni 2018 kommt es in einem Mehrfamilienhaus in der Lenneper Straße in Wuppertal zu einer Gasexplosion. Dabei wird die gesamte Vorderseite des Hauses weggesprengt. Trümmer landen auf der Straße. An mehreren Stellen des Hauses beginnt es zu brennen. Antonio Sperlongano, der in der Nachbarschaft wohnt, hört die Explosion. Als er aus dem Fenster blickt, sieht er über den Häusern eine riesige Staubwolke. Er rennt sofort auf die Straße und alarmiert die Feuerwehr und die Polizei. Partie Rzgar ist zum Zeitpunkt der Explosion mit seinem Auto auf der Lenneper Straße unterwegs. Auch er zögert nicht und steigt sofort aus, um zu helfen.

Die beiden Männer treffen etwa zur gleichen Zeit an dem Haus ein und bemerken einen Mann, der bei der Explosion auf die Straße geschleudert worden ist. Gemeinsam ziehen Antonio Sperlongano und Partie Rzgar den Verletzten aus der Gefahrenzone des einsturzgefährdeten Hauses und bringen ihn einige Meter entfernt in Sicherheit. Die beiden entdecken einen weiteren Mann. Dort, wo die Explosion die Außenmauer des Hauses weggerissen hat, sitzt er in seinem brennenden Wohnzimmer auf einem Sofa. Antonio Sperlongano und Partie Rzgar versuchen, durch lautes Rufen auf sich aufmerksam zu machen, doch der Mann reagiert nicht.

Deshalb heben die beiden einen langen Balken aus dem Trümmerhaufen und geben dem Mann damit einen leichten Stoß. Jetzt bemerkt er die beiden Männer, aber dennoch macht er – vermutlich, weil er unter Schock steht – keine Anstalten, aus seinem brennenden Wohnzimmer zu fliehen. Antonio Sperlongano und Partie Rzgar stoßen ihn weiter mit dem Balken an, schließlich fällt er. Es gelingt den beiden Männern, den Sturz etwas abzufangen und sie bringen den geretteten Mann zu dem anderen Verletzten in Sicherheit.

Jetzt treffen auch die Rettungskräfte ein und versorgen die Verletzten

Durch das entschlossene und zielgerichtete Vorgehen von Antonio Sperlongano und Partie Rzgar konnten zwei Menschen aus höchster Gefahr rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Auch für die beiden Retter bestand Lebensgefahr. Sie hätten jederzeit von herabstürzenden Trümmern getroffen werden können und es hätte auch zu weiteren Explosionen kommen können. Für ihr mutiges Eingreifen verleihe ich Antonio Sperlongano und Partie Rzgar die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.“

Bei einer Feierstunde dankte Laschet den Auszuzeichnenden für die herausragenden Taten: „Alle Retterinnen und Retter haben mit ihren Taten bedingungslosen Mut und Entschlossenheit bewiesen. Sie haben sich für andere Menschen in Lebensgefahr begeben und dennoch einen kühlen Kopf bewahrt. Dank ihres beherzten Einsatzes, der großen Respekt und Anerkennung verdient, konnten Frauen, Männer und Kinder vor dem Allerschlimmsten bewahrt werden. Nordrhein-Westfalen ist stolz auf seine Retterinnen und Retter. Sie sind wahre Heldinnen und Helden des Alltags.“ Und weiter: „In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt wichtiger denn je ist, beweisen die Retterinnen und Retter durch ihre selbstlosen Taten und ihren bedingungslosen Einsatz: Werte wie Zivilcourage, Nächstenliebe und Solidarität sind keine Phrasen, sondern werden weiterhin in unserem Land gelebt. Damit sind sie beispielhafte Vorbilder für uns alle.“

Die Rettungsmedaille wird seit 1951 auf der Grundlage des Gesetzes über die staatliche Anerkennung für Rettungstaten des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Mit ihr werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens andere Menschen aus einer lebensbedrohlichen Notlage gerettet haben. Insgesamt wurde die Medaille aus massivem Silber bisher 1.312 Mal verliehen. Darüber hinaus sieht das Gesetz auch die Möglichkeit einer sogenannten Öffentlichen Belobigung für diejenigen Helferinnen und Helfer vor, die ohne Einsatz ihres eigenen Lebens die Rettung unterstützt haben.