Projektwoche von Schule und Uni: Das Leben in und an der Wupper

Projektwoche von Schule und Uni : Das Leben in und an der Wupper

Hast Du die großen Steine in der Wupper schon mal gesehen?“ „Kennst Du die Geschichte der Villa Hammerstein?“ Mit diesen Fragen beschäftigten sich 24 Schülerinnen und Schüler der Pina-Bausch-Gesamtschule während ihrer dreitägigen Projektwoche vor den Sommerferien.

Unter dem Motto „Das Leben in und an der Wupper“ erforschten sie in zwei Gruppen die Geschichte von Fluss und Stadt und lernten dabei die biologischen Bedingungen der Wupper kennen. Unterstützt wurden sie von Lehramtsstudierenden der Bergischen Universität, die die Projektwoche in einem Seminar der Fächer Biologie und Geschichte (Dr. Antje Wehner/Christine Dzubiel) vorbereitet hatten. Ziel von Projektwoche und Seminar war es, die gegenseitige Beeinflussung von Mensch und Fluss – gestern und heute beispielhaft an der Wupper am Standort Hammerstein zu untersuchen.

Der erste Tag stand ganz unter dem Zeichen der Geschichte: Während die eine Gruppe den Einfluss der Textilindustrie auf die Wupper kennenlernte, erkundete die andere Gruppe die historischen Spuren im Umfeld der Schule, um einen Eindruck vom Standort zu gewinnen.

Mit einer Idee, wie es früher an der Wupper ausgesehen hat und welchen Belastungen der Fluss durch die Industrialisierung und das urbane Wachstum ausgesetzt war, ging es am zweiten Tag an die Wupper. Hier wartete mit dem Forscherbus „Lumbricus“ das Highlight der Projektwoche. Der Umweltbus der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW bietet 28 Arbeitsplätze und eine mobile Laborausrüstung mit Mess- und Analysegeräten, Arbeitsmaterialien für den naturwissenschaftlichen Unterricht sowie Dokumentations- und Präsentationsgeräte. Zusammen mit dem Umweltpädagogen Ottmar Hartwig aus dem LUMBRICUS–Team und den Studierenden untersuchten die Schülerinnen und Schüler die chemischen Parameter der Wupper, die Tiere in und die Pflanzen am Ufer der Wupper.

Der Umweltbus der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW bietet 28 Arbeitsplätze und eine mobile Laborausrüstung. Foto: Antje Wehner

Am dritten Tag entwickelten die Jugendlichen ihre eigene Forschungsfrage: „Geht es der Wupper nach der Industrialisierung wieder gut?“ Sie analysierten die erhobenen Daten, um die Ergebnisse auf einem Poster zusammenzufassen. Die jüngeren Schülerinnen und Schüler adressierten mit einem Besuch im Klärwerk Buchenhofen und Experimenten zur Abwasserreinigung den letzten Aspekt im Zyklus Mensch und Fluss. Beeindruckt von der Reinigungswirkung einer Kläranlage, der Vielfalt der Kleinstlebewesen in der Wupper, dem Wissen, dass die Wupper mit Gewässergüteklasse 2 nur mäßig belastet ist und warum die Villen in Wuppertal immer in Hanglage erbaut wurden, ging die Projektwoche zur Wupper für die Schülerinnen und Schüler zu Ende.

Alle Beteiligten aus Schule und Universität betonten zum Abschluss ihre gewinnbringende Kooperation und planen auch für die kommenden Jahre eine Zusammenarbeit. „Ein großes Dankeschön gilt der Pina-Bausch-Gesamtschule, die die Studierenden offen aufgenommen hat und ihnen mit der Projektwoche die einmalige Chance geboten hat, die theoretisch erarbeiteten und didaktisch aufbereiteten Sachinhalte direkt mit Schülerinnen und Schülern umzusetzen. Lehrsituationen schon im Studium ausprobieren zu dürfen, hat einen besonderen Reiz für Lehramtsstudierende – vor allem dann, wenn durch qualifiziertes Feedback seitens der begleitenden Fachlehrer schwierige Situationen und Fragen direkt geklärt werden können“, so die Bilanz der Seminarleiterinnen Dr. Antje Wehner und Christine Dzubiel.

Unterstützt wurde das Projekt vom Wupperverband, den Stadtwerken, der Stadt Wuppertal, der Station Mittlere Wupper und dem Verein Neue Ufer Wuppertal.

Auf Postern hielten die Schülerinnen und Schüler der Pina-Bausch-Gesamtschule ihre Ergebnisse fest. Foto: Antje Wehner
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