Multifunktionale Nutzung Neue Raumkonzepte für Offenen Ganztag in Wuppertal

Wuppertal · Um den Ausbau des Offenen Ganztags voranzutreiben, gibt es das Projekt „Multifunktionale Raumnutzung“. Seit 2022 unterstützt es Grund- und Förderschulen in Wuppertal dabei, den Herausforderungen des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung aktiv zu begegnen.

Wuppertals Bildungsdezernentin Annette Berg.

Foto: Berg

„Für den Offenen Ganztag brauchen wir andere Raumnutzungskonzepte. Wie wir vorhandene Kapazitäten besser nutzen und ausschöpfen können, erarbeiten wir gemeinsam mit allen Beteiligten an den Grundschulen in diesem Projekt – und das mit Erfolg!“, sagt Bildungsdezernentin Annette Berg. „Das hilft uns sehr, das Angebot für den Offenen Ganztag in den bestehenden Gebäuden auszuweiten.“

Aktuell kann nach Angaben der Stadt der zum Schuljahr 2026/27 startende Rechtsanspruch nicht vollständig erfüllt werden, „da die Schulgebäude in Wuppertal oft Flurschulen der Jahrhundertwende oder der 70er Jahre sind. Nach heutigem Bedarf bieten sie zu wenig Platz für die vielfältige Nutzung. Ziel dieses Projekts ist der Ausbau der Ganztagesplätze im Bestand, indem Pädagogik und Architektur besser verknüpft werden.“

Und weiter: „Eine Raumberatung, die alle Beteiligten einschließt, schafft dem Schulbetrieb und dem Offenem Ganztag eine gemeinsame Grundlage, um dieselben Räumlichkeiten bestmöglich zu nutzen. Hierfür treffen sich Teams aus allen Bereichen der Schule – Lehrpersonen, Mitarbeitende des Offenen Ganztags, Schulleitungen, Sozialkräfte – regelmäßig über das gesamte Schuljahr in Workshops und erarbeiten neue Konzepte.“ So werde „die integrative Raumnutzung von Vor- und Nachmittag ermöglicht, ohne dass ein Umbau vorgeschaltet werden muss oder weitere Gebäude errichtet werden müssen.“

Der Erfolg des Projekts sei „bereits deutlich messbar: In den vergangenen Jahren konnten durch die ganztägige Raumnutzung mehrere Hundert zusätzliche Plätze im Offenen Ganztag realisiert werden. Aktuell befindet sich das Projekt in seiner dritten Staffel, an der fünf weitere Grundschulen teilnehmen. Bis zum Ende des Schuljahres 2025/26 wird die Zahl der teilnehmenden Standorte damit auf insgesamt 14 Schulen anwachsen.“

Eine weitere Staffel im Schuljahr 2026/27 werde bereits vorbereitet: Aufgrund der positiven Bilanz soll das Projekt verstetigt werden, damit auch weitere Schulen teilnehmen können. Das Projekt hat jetzt schon eine Ausstrahlungswirkung auf andere Schulen, die sich selbstständig mit dem Thema befassen.“

In der aktuellen Staffel liegt der Fokus demnach vor allem auf der Perspektive der Schülerinnen und Schüler. In mehreren Workshops erarbeiten sie schulspezifisch ihre Bedarfe und Wünsche für das Leben und Lernen im Offenen Ganztag. Das fließt in die neuen Raumkonzepte mit ein. Moderiert und beraten werden die teilnehmenden Schulen der dritten Staffel durch das Schulbaubüro „Raumbildung“ aus Hamburg.

Die aktuelle Finanzierung erfolgt dabei gemeinschaftlich aus dem Förderprogramm zum Ausbau des Ganztages in Grundschulen sowie aus städtischen Mitteln. „Konkrete Projektergebnisse der vergangenen Jahre reichen von gezielten kleineren baulichen Maßnahmen über die Anschaffung multifunktionalen Mobiliars bis hin zur Erprobung neuer pädagogischer Konzepte der Schulen selbst: Lernzeiten statt Hausaufgaben, die Einrichtung von gemeinsam genutzten Tages- und Themenräumen, eine offene Ankunftszeit der Kinder morgens in der Schule und auch individuelle Lernmöglichkeiten werden ausgetestet“, heißt es.