„Geboren 1933 als Tochter des jüdischen Kaufmanns Arthur Jacobs in Heiligenhaus, gelang es ihrer katholischen Mutter Maria, sie und ihre beiden Geschwister Helene und Klaus im März 1939 vor den Nationalsozialisten in einem Kloster in den Niederlanden unterzubringen und damit zu retten. Arthur Jacobs war im Rahmen der Aktion ,Arbeitsscheu Reich‘ schon seit 1936 immer wieder verhaftet und in verschiedenen Konzentrationslagern, u.a. in Sachsenhausen, inhaftiert worden.
Erst als Erwachsene begann Luise Jacobs, auch aus therapeutischen Gründen, sich mit dem Leidensweg ihres Vaters genauer auseinanderzusetzen. Sie fand heraus, dass er als nicht mehr arbeitsfähiger Häftling am 26. Januar 1941 mit einem sogenannten .Invalidentransport‘ vom Konzentrationslager Neuengamme zunächst in das Konzentrationslager Dachau und schon am folgenden Tag in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim bei Linz verbracht und dort getötet worden war.
Der Körper wurde verbrannt und die Asche in die Donau gekippt – einer von rund 30.000. Dessen ungeachtet, schickten die Täter eine Urne an die jüdische Gemeinde in Wuppertal, die auf ihrem Friedhof auch ein Grab anlegte. Dass die Beschriftung des Grabsteins fehlerhaft ist, hat Luise Jacobs bei einem Besuch dort persönlich festgestellt.“