Oliver Inow, dessen Großvater Alfred Inow im Alter von nur 16 Jahren während der Pogromnacht im November 1938 verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau verbracht wurde, hat mit seiner Frau Fiona und seinen Kindern Jarlath und Beatrice erstmals Wuppertal besucht. Selbstverständlich machte die Familie auch einen Spaziergang in die Briller Straße, wo im Haus 34 seine Urgroßeltern mit ihren Kindern Grete, Alfred und Renate wohnte.
Während alle drei Kinder emigrieren konnten, bevor nach Kriegsbeginn eine Rettung immer unwahrscheinlicher wurde, warteten die Eltern Max und Beatrice in Wuppertal vergeblich auf eine Ausreisemöglichkeit. Sie wurden am 26. Oktober 19042, zusammen mit dem Onkel Gustav Inow, in das Ghetto von Lodz deportiert und später in der Vernichtungsstätte Chelmno getötet.
Oliver Inow interessierte sich sehr für die Dokumente, die in der Dauerausstellung der Begegnungsstätte Auskunft über das Leben seiner Urgroßeltern und seines Großvaters geben. Erhalten ist zum Beispiel ein handschriftlicher Brief aus dem Polizeigefängnis Wuppertal und der letzte Brief von Max Inow vor der Deportation.
Bürgermeister Heiner Fragemann überreichte der Familie Inow rund 30 Postkarten, die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Barmen für Renie Inow, der Großtante von Oliver Inow, gebastelt und gemalt hatten. Er ließ herzliche Grüße an diese allerletzte jüdische Zeitzeugin aus Wuppertal ausrichten und alles Gute wünschen – sie wird in wenigen Monaten 97 Jahre alt.