Kritik an Landesregierung Kinderschutzbund gegen den KiBiz-Gesetzentwurf

Wuppertal / Düsseldorf · Der Kinderschutzbund NRW, der seine Geschäftsstelle in Wuppertal hat, kritisiert die geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) in Nordrhein-Westfalen.

Der Kinderschutzbund an der Schloßbleiche.

Foto: Wuppertaler Rundschau/jak

Das Kita-System werde dadurch nicht erneuert, stattdessen würden nur die Schwachstellen kaschiert, so die Auffassung des Landesvorstandes.

„Kommt der Gesetzentwurf durch, wird der Notzustand nicht überwunden oder entschärft, sondern zum neuen Goldstandard erklärt: größere Gruppen, verschlechterte Personalausstattung und -standards“, erklärt Manfred Walhorn (stellvertretender Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes NRW). „Aus Sicht von Kindern, Fachkräften und Eltern wäre das ein großer Fehler.“

Die organisatorische Differenzierung in Kern- und Randzeiten verhindert nach Ansicht des Kinderschutzbundes NRW „jede Ambition zu pädagogisch wertvoller Arbeit“. Die Zeit für Bildung und Förderung der Kinder werde fast halbiert. Auch das Problem des fehlenden Personals könnten die geplanten KiBiz-Änderungen nicht lösen. Schon heute verließen Fachkräfte „entnervt den Beruf, weil Idealismus keine Überstunden bezahlt und Wertschätzung keine Pausen ersetzt“.

Die Landesvorsitzende Prof. Dr. Gaby Flößer: „Eine Reform, die bessere Bedingungen verspricht, ohne den Beruf spürbar attraktiver zu machen, ist zum Scheitern verurteilt. Wir wünschen uns den Mut für eine echte Reform, die das Geld für klare, in den Kitas spürbare Verbesserungen bereitstellt.“