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E-Tretroller auf Wuppertals Straßen: ein Stück Kindheit

E-Tretroller - was es zu wissen gibt : Ein Stück Kindheit auf Wuppertals Straßen

Tretroller wecken bei vielen von uns einen Hauch von Nostalgie. Mittlerweile hat das Gefährt aus der Kindheit allerdings eine technische Generalüberholung erlebt.

Statt mit Muskelkraft, werden sie durch einen Elektromotor angetrieben, und gefeiert als ein weiterer Schritt hin zu einer umweltfreundlicheren Mobilität.

Doch können die Elektro-Tretroller auch unter Wuppertaler Bedingungen halten, was wie versprechen? Was muss man zur Teilnahme am Straßenverkehr beachten? Und wie sicher fühlt es sich an, auf einem E-Tretroller unterwegs zu sein?

Am 17. Mai entschied der Bundesrat, E-Tretroller legal auf Deutschlands Straßen und Radwege zu schicken, sofern sie über eine Zulassung und eine Haftpflichtversicherung verfügen. Ein Großteil der Roller hat diese Allgemeine Betriebserlaubnis allerdings nicht. Wer mit ihnen fährt, ist illegal unterwegs und muss im schlimmsten Fall mit einem Bußgeldverfahren rechnen.

Der E-Tretroller im Test: 20km/h Gechwindigkeit machen Spaß, fühlen sich im Straßenverkehr aber nicht sicher an. Foto: Max Höllwarth

Nur zwei Modelle sind bisher auf deutschen Straßen erlaubt: der „Metz Moover“ und der „BMW X2City“. Beide kosten knapp 2.000 Euro. Voraussichtlich Ende Juni soll nachgerüstet werden. Jürgen Feldheim von JF Zweiradtechnik auf der Hochstraße setzt schon jetzt fest auf den Roller-Hype. Kunden können bei ihm bereits Roller vorbestellen, um Ende Juni als Nr. 1 auf Wuppertals Straßen unterwegs zu sein.

Die Unsicherheit, ob E-Tretroller tatsächlich ohne Probleme unsere steilen Straßen bewältigen können, hält andere Händler davon ab, die Elektrokleinstfahrzeuge in ihr Sortiment aufzunehmen. „Die Wuppertaler erwarten von den Rollern mehr, als sie bei uns im Bergischen leisten können“, prophezeit Melanie Dickten von Fahrrad Dickten in Barmen.

„Der Zweiradexperte“ in Elberfeld hat den „BMW X2City“ bereits im Programm – „nur nicht lagernd“, so Inhaber Axel Franz. Aber auch er steht den Rollern skeptisch gegenüber. „Bei Bergfahrten leeren sich die Akkus recht schnell“, sagt er. Die Reichweite wird gedrosselt, statt 20 Kilometer ohne erneutes Aufladen schafft der E-Tretroller in Wuppertal vielleicht nur 10 oder 15 Kilometer. Jürgen Feldheim blickt dem Ganzen gelassener entgegen: „Ein Modell mit 40 Kilometern Reichweite schafft in Wuppertal immer noch 30 Kilometer. Das habe ich selbst getestet.“

Um die Neugierde der Rundschau zu befriedigen, stellt er für ein paar Runden auf seinem Hof das Modell Egret Ten V3 zur Verfügung, mit 17 Kilogramm kein Fliegegewicht. Kosten: knapp 1.500 Euro.

Draufstellen, mit dem Fuß abstoßen und sanft mit dem Daumen den Gashebel drücken - schon zieht der Roller an, nimmt mühelos Fahrt auf, ganz ohne körperliche Anstrengung. Aufrecht wie eine Galionsfigur thront der Fahrer auf dem Roller und lässt sich den Wind ins Gesicht wehen. Ein Gefühl von Sicherheit weckt die Vorstellung, sich mit dem E-Tretroller auf Hauptverkehrsstraßen zu bewegen, allerdings nicht. Das Tragen eines Helms ist keine Pflicht, aber vielleicht eine Notwendigkeit.

In Wuppertal hat sich die FDP bisher als einzige Partei für E-Tretroller im Stadtverkehr ausgesprochen. Sie wünscht sich E-Tretroller-Sharing, wie es in Großstädten wie Berlin schon längst üblich ist. „Wir können nicht immer über den ’Green City Plan’ diskutieren und solche Neuerungen dann nicht einführen“, sagt René Schnuck, verkehrspolitischer Sprecher der FDP.

Eine erhöhte Unfallgefahr durch E-Tretroller auf Wuppertals Straßen sieht er nicht. „Klar wird es immer Risiken geben. Da müssen Autofahrer eben Acht geben.“