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Corona: „Talpflege“ startet eigene Kinderbetreuung für Mitarbeiter

Corona-Krise: Angebot für Mitarbeiter : „Talpflege“ startet eigene Kinderbetreuung

Ein Vorbild: Ab Dienstag (17. März 2020) nimmt der private ambulante Pflegedienst Talpflege GmbH mit Sitz in Elberfeld die Betreuung der Kinder seiner Mitarbeiter selbst in die Hand. „Kitas und Schulen sind wegen der Corona-Krise ab Mittwoch komplett dicht. Unsere Mitarbeitenden, die keinen Platz in den Notgruppen finden konnten, machen sich große Sorgen, wer sich während der Arbeitszeit um ihre Kinder kümmert“, sagt Talpflege-Geschäftsführer Mark Kleinknecht.

Deshalb öffnet bereits am Dienstag – einen Tag vor der offiziellen Schul- und Kita-Schließung – eine Not-Betreuung am Hofkamp 87 zum Dienstbeginn der häuslichen Pflege um Punkt 6 Uhr seine Pforten.

57 Mitarbeitende zählt der erst 2018 gegründete private ambulante Pflegedienst. Sie haben bisher acht Kinder zur Betreuung angemeldet, die zunächst bis zu den Osterferien angeboten wird. Die Betreuung findet von 6 Uhr bis 14.30 Uhr statt. Sie ist kostenfrei und richtet sich an Kindergartenkinder und Schulkinder bis zur 6. Klasse. Die Kinder werden in dieser Zeit altersgemäß mit Getränken und kindgerechten Speisen versorgt.

Die Kinder werden durch eine ausgebildete Erzieherin und eine Sozialpädagogin betreut. Die Betreuung findet im separaten Gemeinschaftsraum der Demenz-Wohngemeinschaften „Leben in Elberfeld“ im Erdgeschoss statt, der nicht nur eine eigene Toilette, sondern auch einen Zugang zu einem kleinen Sinnesgarten mit Bank, Wiese und Apfelbaum hat. Geschäftsführer Mark Kleinknecht: „Der Gemeinschaftsraum ist streng von unseren Wohngemeinschaften getrennt, ein räumlicher Kontakt findet nicht statt.“

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Grundsätzlich fühlt sich der Talpflege-Gesellschafter in der Corona-Krise von den offiziellen Stellen im Stich gelassen. Mark Kleinknecht: „Im Mittelpunkt der Diskussion stehen wie immer Krankenhäuser und vollstationäre Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime. Die Bedarfe der ambulanten Pflege wurden mal wieder vergessen, obwohl sie mindestens genauso systemrelevant ist. Wir warten aber nicht ab, bis uns jemand hilft, wir helfen uns selbst.“