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Corona kann das Wuppertaler „Talflimmern“ nicht stoppen

Open-air-Kino : Corona kann das „Talflimmern“ nicht stoppen

Kurz nach Mitternacht liefen am vergangenen Samstag (15. August 2020) die letzten Filmszenen der Saison 2020 über die Leinwand des Wuppertaler Open-air-Kinos „Talflimmern“. Die Pandemie prägte auch dieses Event, das die Ordnungsbehörden auf Grundlage eines umfangreichen Hygiene- und Sicherheitskonzepts Anfang Juni genehmigten.

Doch die notwendigen Einschränkungen hielten die Menschen keineswegs davon ab, das Sommerkino im Innenhof der Alten Feuerwache an der Elberfelder Gathe allabendlich zu besuchen. Beinahe sämtliche Vorstellungen waren ausverkauft, die Auslastung lag so hoch wie nie - allerdings durften auch nur 75 der regulären 199 Sitzplätze pro Abend verkauft werden. Ursprünglich waren 23 Freiluft-Filmabende geplant, doch der große Publikumszuspruch führte zu vier Zusatzterminen, womit die Reihe in Bezug auf die Spieldichte beinahe auf dem Niveau der vorangegangenen Jahre lag.

Insgesamt wurden knapp 2.000 Besucherinnen und Besucher gezählt werden - ein Wert, der angesichts der im späten Frühjahr noch sehr unsicheren Prognosen kaum zu erwarten war. Das Wetter hingegen zeigte sich vor allem zu Beginn der Spielzeit eher von seiner launischen Seite. Es blieb zwar überwiegend auch nachts mild, doch ab und zu regnete es leicht. Und so mussten die großflächigen Planen über dem Areal an einigen Abenden geschlossen werden.

Nach eigenem Bekunden hielten sich die Veranstalter außerordentlich streng an sämtliche Auflagen. Dennoch sei es zu keinerlei Komplikationen gekommen. Ausdrücklich lobt Mark Tykwer vom „Talflimmern“-Team die Besonnenheit des Publikums: „Die Menschen brachten viel Geduld mit, trugen während des Einlasses klaglos ihre Masken und waren ganz offensichtlich einfach dankbar, dass wir trotz aller Unwägbarkeiten ein Vollprogramm auf die Beine gestellt hatten. Atmosphärisch war es eigentlich so entspannt und kommunikativ wie immer.“

Als Publikumsliebling entpuppte sich - wenig überraschend - Quentin Tarantinos Epos „Once Upon a Time in Hollywood“, gefolgt vom südkoreanischen Oscar-Gewinner „Parasite“. Mit gleich vier Previews betonten die Veranstalter zudem die Zukunftsfähigkeit des Kinos. Vor allem die Neuinterpretation von „Berlin Alexanderplatz“ stieß dabei auf reges Interesse und sorgte für kontroverse Diskussionen.

„Wir sind an die Grenzen gegangen, aber auch überglücklich, dass letztlich alles so gut funktioniert hat“, sagt Tykwers sichtlich erschöpfter Kompagnon Mark Rieder. Es sei vor allem einem „großartigen Team“ zu verdanken, dass die Veranstaltung so kurzfristig doch noch möglich geworden sei.

Und auch die Perspektiven sind da: Das 20. Talflimmern beginnt voraussichtlich am 2. Juli 2021. „Bis dahin“, ergänzt Tykwer, „gehen bitte alle unbedingt dreimal pro Woche in die normalen Wuppertaler Kinos, die unsere Stadt braucht wie der Körper die Luft zum Atmen.“