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Barmer Anlagen in Wuppertal: Der Teich ist wieder „clean“

Konzertierte Aktion : Barmer Anlagen: Der Teich ist wieder „clean“

Der Teich in den Barmer Anlagen ist vom Schlamm befreit. Insgesamt wurden 342 Tonnen entfernt. Die Kosten beliefen sich auf 162.000 Euro.

Der Vorstand des Barmer Verschönerungsvereins verwaltet ein großes Erbe mit langer Tradition. Die Barmer Anlagen sind heute mit 100 Hektar der zweitgrößte Park Deutschlands in bürgerschaftlichem Besitz. Vor 150 Jahren wurden sie in großen Teilen vom namhaften Gartenarchitekten und Düsseldorfer Hofgartendirektor Joseph Clemens Weyhe gestaltet. In den unteren Anlagen gehörten drei Teiche, die ihr Wasser aus einem Schacht an der Lönsstraße bekommen, zum Konzept. Der Klimawandel der vergangenen Sommer hat dafür gesorgt, dass dieser natürliche Zufluss nicht mehr funktioniert.

Als Last und Herausforderung hat sich die Verschlammung der Teiche erwiesen. Die Blätter der großen Bäume setzen sich am Boden ab, ebenso Tierfutter. Zwar hatte sich der BVV-Vorstand schon länger vorgenommen, nach mehr als 30 Jahren wieder einmal den großen, früher Schwanenteich genannten Teich, zu entschlammen. BVV-Vorsitzender Peter Prange damals skeptisch: „Für viele Projekte, wie den Kinderspielplatz am Toelleturm, haben wir Spenden gesammelt, aber wer gibt uns Geld für etwas, das man nicht sieht?“

Als im Sommer 2019 elf Fische im Teich verendet sind und die Wogen in den sozialen Medien mit schweren Vorwürfen an den BVV hochschlugen, übernahm das Vorstandstrio die Initiative: im Spätherbst wurde der Teich trockengelegt und Schlamm ausgebaggert. Dank großer und kleiner Spenden, aber auch Sachleistungen gelang es in diesem Jahr, Reste auszubaggern, die Betonränder zu sanieren und einen neuen Betongrund zu betonieren. „Dadurch ist der Boden dicht, es kann kein Wasser mehr am Rand versickern und wir sammeln nun wieder das Regenwasser“, klingt André Bovenkamp, der stellvertretende Vorsitzende.

Geschäftsführerin Michaela Dereschewitz berichtet, dass 342 Tonnen Schlamm entsorgt werden mussten und sich die Kosten auf rund 162.000 Euro summiert haben. Peter Prange: „Für die vielfältige Hilfe sind wir sehr dankbar, denn mit unseren Mitgliedsbeiträgen von jährlich 20 Euro können wir keine großen Sprünge machen. In der langen Tradition unseres Vereins gab es zum Glück immer diese großartige Hilfsbereitschaft. Deshalb konnte vor 30 Jahren der Toelleturm mit einer Million Mark generalsaniert werden.“

Sich zurückzulehnen ist für den BVV keine Option. André Bovenkamp: „Zwischen mittlerem und unterem Teich befindet sich ein Wasserfall, den wir noch kurzfristig in Angriff nehmen wollen. Dafür benötigen wir rund 5.000 Euro. Und eine weitere große Herausforderung ist der Seerosenteich im Ringeltal, der ebenfalls eine umfangreiche Sanierung nötig hat.“