Weiterer Fall eines Wuppertalers Angriff im Urlaub: „Ich hätte das nicht überlebt“

Wuppertal · Der Rundschau-Artikel über die bewaffnete Vergewaltigung einer Wuppertalerin auf Sansibar vom 31. Januar hat weitere Betroffene ermutigt, ihre Erfahrungen zu teilen. Ein Leser, der anonym bleiben möchte, schildert, wie er und seine Frau dort nur knapp einem tödlichen Messerangriff entgingen. Hier der Wortlaut des Briefes.

Der Stein, der wohl das Leben rettete.

Foto: Meyer

„Es ist schon einige Jahre her, als wir ebenfalls negative Erfahrungen auf Sansibar machten. Es ist Sonntag gegen 11 Uhr. Wir machen einen Strandspaziergang, etwa 100 Meter vom Hotel entfernt. Das Wasser ist weit zurückgegangen und es sind keine Leute in unmittelbarer Nähe. Plötzlich kommt ein Mann auf uns zu, hält mir ein langes Messer an den Hals und verlangt Geld.

Wir haben überhaupt nichts dabei. Ich muss auch gestehen, dass ich mich auf eine solche Situation nie vorbereitet hatte. Es kommt zum Kampf und wir fliegen beide zu Boden, richten uns auf den Knien auf. Der Angreifer holt aus – zwei Sekunden später wäre sein Messer in meiner Brust gewesen.

Aber es kam anders. Zwei Minuten zuvor hatte vor meinen Füßen ein Teil einer versteinerten Seeanemone im Sand gelegen. ‚Das nehmen wir aber mit!’, hatte ich gesagt und es meiner Frau gegeben. Es hatte wunderbar in ihre Hand gepasst, sonst war dort nur Sand.

Im entscheidenden Moment ist meine Frau nun eine Sekunde schneller und schlägt dem Angreifer mit dem Stein auf den Hinterkopf. Er lässt ab und flüchtet. Aufgrund unserer Hilferufe kommen auch Leute zu uns gelaufen. Da ich überlebt und nur ein paar Schnittwunden hatte, interessierte sich die Polizei jedoch nicht weiter dafür.

Hier gibt es ja auch viele Messerangriffe und man sollte sich schon Gedanken machen, was man in dem Fall macht. Ich hätte das nicht überlebt.“