Leserbrief „Laut, lauter, Humboldtstraße“

Wuppertal · Betr.: Auswirkungen der Schönebecker-Straße-Sperrung

Die Teilsperrung der Schönebcker Straße hat immense Auswirkungen.

Die Teilsperrung der Schönebcker Straße hat immense Auswirkungen.

Foto: Wuppertaler Rundschau/jak

Laut, lauter, Humboldtstraße. So oder so ähnlich könnte man die Situation rund um das sanierungsbedürftige Haus in der Schönebecker Straße beschreiben. Seit Februar warten die umliegenden Anwohner gespannt darauf, welche Maßnahmen die Stadt Wuppertal ergreifen wird und wann sie wieder gefahrlos die Straßen nutzen können.

Die von der Stadt Wuppertal gewählte Lösung besteht darin, den gesamten Verkehr aus Richtung Elberfeld über die Humboldtstraße und die Esmarchstraße umzuleiten, um schließlich auf die Schönebecker Straße zurückzukehren. In der anderen Richtung von der Autobahn über die Liebigstraße und Virchowstraße. Man habe mit den betroffenen Institutionen gesprochen, in enger Zusammenarbeit mit den Behörden die Planung der Umleitungen vorgenommen. Allerdings scheinen dabei einige wichtige Betroffene völlig außer Acht gelassen worden zu sein: die Anwohner die tagtäglich mit dem Lärm, Gestank und den Gefahren umgehen müssen.

Denn leider sind die Ordnungsbehörden seit geraumer Zeit nur noch im Vorbeifahren zu sehen. Meldungen an das Ordnungsamt über Fahrzeuge, die trotz Durchfahrtsverbot von der Schönebecker Straße in die Esmarchstraße einbiegen, werden mit dem Hinweis abgetan, dass man nichts dagegen unternehmen könne. Dass diese jedoch dann auf der Kreuzung Esmarchstraße / Humboldtstraße, rangieren, um wieder zurückzufahren, dabei falsch herum in die Einbahnstraße einbiegen und den gesamten Verkehr blockieren, und das täglich mehrfach, scheint auch hier nicht von Bedeutung.

Man fragt sich als Anwohner inzwischen, welche Befugnisse einem einzelnen Immobilienbesitzer eingeräumt werden, ganze Straßenzüge innerhalb der Stadt für Wochen, ja mittlerweile Monate, in Beschlag zu nehmen.

Die Situation ist für die Anwohner untragbar geworden. Das Überqueren der Straße gleicht einem Spießroutenlauf, da Fahrzeuge entgegen der Einbahnstraße fahren – oft viel zu schnell, obwohl in den umliegenden Straßen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h gilt. Die Lärmbelastung, verstärkt durch die Busse, die bis 23 Uhr im Zehn-Minuten-Takt die Humboldtstraße passieren, ist kaum auszuhalten. Die verkehrsberuhigten Wohngebiete sind nicht für diesen zusätzlichen Verkehr aus der Schönebecker Straße ausgelegt.

Die Fenster zum Lüften zu öffnen? Da könnte man sich gleich an den Auspuff eines Autos stellen. In der Nacht wegen der Temperaturen das Fenster zu öffnen ist nur möglich, wenn man sich den Rest des Tages ohne Schlaf zufriedengibt, denn auch in der Nacht ist von Ruhe hier nicht zu sprechen.

Die Frustration, Verärgerung und Wut der Anwohner steigen von Tag zu Tag. Es sind bereits weitere 14 Tage vergangen, ohne dass die Stadt Wuppertal eine klare Mitteilung darüber gemacht hat, wie es weitergeht und wann die Anwohner wieder in Ruhe schlafen und gefahrlos die Straße überqueren können.

Wir warten weiter, rufen weiter an und hoffen darauf, dass in der Zwischenzeit nichts Schlimmeres passiert.

Adriana Stepanczak

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