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Leserbrief zum Gehwegparken in Wuppertal

Leserbrief : „Sofort mit den Veränderungen anfangen“

Betr.: Gehwegparken / Rundschau-Kommentar

Nein, Herr Seitz, das Auto wird hoffentlich nicht „noch Jahrzehnte ein unverzichtbarer Teil" von Mobilität sein. Und nein, die Zukunft kann auch nicht in Quartiersparkhäusern und dem Außerhalb-Parken liegen, auch wenn ein schlauer Professor das glaubt. Die planetweite Lebensraumzerstörung, beschönigend und verengend „Klimawandel" genannt, verlangt, dass wir uns so schnell wie möglich von dem Modell „automobiler Individualverkehr" verabschieden.

Ja, Wuppertal ist weit von flächendeckendem ÖPNV entfernt, aber hier liegt der Ansatzpunkt. Keine (keine!) Investition mehr in Auto-Infrastruktur, kein Ausbau Kreuz Nord, kein Ausbau Südtangente, keine neuen Parkflächen oder -häuser. Das spart allein in Wuppertal dutzende Millionen, die für ÖPNV, Fahrradinfrastruktur und andere sinnvolle Maßnahmen freiwerden. Die die Lebensqualität heben, weil Stadträume ganz anders genutzt werden können. Von denen alle Wuppertaler*innen profitieren, auch Kinder, Alte und allen anderen, die sich Autofahren nicht leisten können oder wollen, in Wuppertal immerhin über ein Drittel der Menschen.

  • Symbolbild.
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  • Blick vom Nordpark auf Wuppertal.
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  • Eines der Bilder, das die Taxi-Zentrale
    Offener Brief : Taxi-Zentrale will OB-Einsatz gegen „Uber & Co.“

Und da braucht es natürlich viele kreative Ideen (Hol-mich-App ist ein guter Anfang), damit Kinder sicher überall hinkommen, Einkäufe nach Hause kommen und so weiter.

Städte wie Karlsruhe, Gent, Zürich und viele andere machen es vor, wir müssen nicht alles neu erfinden (ARD-TV-Tipp: „Wir können auch anders: Besser unterwegs").

Und nein, auch Kommunikation ist nicht das Problem. Wo sollen die Menschen denn heute hin mit ihren Autos, der Platz ist einfach nicht da, und ohne geht es eben oft nicht. Und „Die Kommune setzt aktuelle juristische Veränderungen um" ist auch nicht wahr, Gehwegparken ist schon lange verboten, bisher wurde das Verbot auch nicht durchgesetzt, weil es eben nicht praktikabel war.

Die Reihenfolge muss sein: Erst Alternativen schaffen, dabei Autos reduzieren, danach kann man dann auch Verbote durchsetzen. Und da die Verbote natürlich grundsätzlich sinnvoll sind, muss man sofort anfangen mit den Veränderungen. Nicht erst seit dem neuen Bußgeldkatalog 2021, schon seit dem Beschluss, dass Wuppertal 2025 Fahrradstadt sein soll, ist viel Zeit verschenkt worden. Damit muss endlich Schluss sein.

Jonas Seiler

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