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Corona-Schutzvorschriften : Dicht gedrängt in Bus und Bahn

Corona-Schutzvorschriften : Dicht gedrängt in Bus und Bahn

Betr.: Einhaltung der Hygieneregeln im ÖPNV

Gastronomie mit hervorragenden Hygienekonzepten muss schließen, ebenso Freizeit- und Sporteinrichtungen mit gleich guten Konzepten, die Jugend wird in ihrer sozialen Entwicklung der besten Jahre beraubt, der Lebensabend der älteren Generation auf Isolation gesetzt, die Arbeitswelt auf Distanz und Verkäuferinnen im Einzelhandel wird ein Bußgeld auferlegt, weil die Maske in einem leeren Geschäft nicht den richtigen Sitz hat – und so weiter.

Aber der ÖPNV ist sicher, ja?

Dann wollen wir einmal kurz die AHA-L-Regeln durchgehen. 1,50 Meter Abstand absolute Fehlanzeige. Dicht gedrängt klemmen die Leute in Bussen und Bahnen, zumindest im Berufsverkehr bei oft auch längeren Fahrzeiten. Da passt keine Briefmarke dazwischen, zumal wenn auch noch Linien ausfallen.

Hygienemaßnahmen wird man wohl kaum finden, oder hängt in jedem Bus oder Bahn ein Desinfektionsspender, wie das sonst überall verpflichtend ist?

Alltagsmasken – ja, man sieht sie. Mitunter auch fast bei jedermann. Nur in welchem Zustand sind viele dieser Masken wohl? Kennt man die Zahlen, wie oft in der Woche bei vielen Unterwäsche gewechselt wird, dann bekommt man einen Eindruck über den Pflegezustand der Masken. Und überhaupt: Dicht sind vielleicht Frischhaltebeutel, aber keine Masken in Einheitsgröße, teilweise auch noch falsch getragen.

Ja, Masken verhindern das Schlimmste, aber wären sie dicht, hätte jeder einen Ballon im Gesicht.

Also, irgendwohin entweichen die Aerosole und da sind wir beim letzten Punkt, dem Lüften. Vielleicht ein paar geöffnete kleine Klappfenster oder Dachluken werden wohl kaum reichen. Und aus dem Sommer wissen wir, wie gut die Klimaanlagen in den Zügen funktionieren. So wird auch der Knoblauch-Geruch des letzten Döner trotz Masken weiter in die Lüfte entschwinden, wenn auch zeitversetzt.

Man sollte also die Wartezeit an den Haltestellen oder Bahnhöfen nutzen und sich Gedanken darüber machen, ob man sich vielleicht nicht anders fortbewegt.

Ob die Entscheidungsträger aus den Krisenstäben sich wohl selbst in die Öffentlichen begeben?

Rainer Dittrich