Wuppertaler Schauspieler Claus Wilcke: 80 und weiter bühnenreif

Wuppertaler Schauspieler : Claus Wilcke: 80 und weiter bühnenreif

Der ewige „Percy Stuart“ feiert am Montag (13. August 2019) in Wuppertal runden Geburtstag. Danach geht Claus Wilcke auf Musical-Tournee.

Wenn Claus Wilcke am 12. August ausgerechnet in Wuppertal seinen 80. Geburtstag feiert, dann hat ein Mann daran großen Anteil: Ernst-Werner Quambusch holte den in Bremen als Beamtensohn geborenen Schauspieler und Synchronsprecher (unter anderem für Omar Sharif und Elvis Presley) vor 20 Jahren nach Wuppertal.

Wilcke spielte für Quambusch schon im „Theater an der Gathe“ und begleitete ihn auch ins mittlerweile aufgegebene „Kammerspielchen“, das an der Westkotter Straße und dann auf Mallack zu Hause war. Quambusch konzentriert sich nun auf Solingen-Gräfrath und Oberhausen.

Inzwischen wohnt Wilcke mit seiner fünften Ehefrau Daniela (er lernte sie als Komparsin in den Niederlanden kennen) in Unterbarmen und fühlt sich wohl: „Wuppertal ist etwas ganz Besonderes. Die Stadt ist wunderbar grün, die Menschen sind bodenständig, manchmal etwas stur.“ Sein Domizil am Loh findet er – augenzwinkernd – auch deshalb besonders sinnvoll, weil etliche Ärzte und eine Apotheke fußläufig erreichbar sind. Gattin Daniela arbeitete zudem früher im Pflegedienst.

Wilckes momentaner Arbeitsplatz ist die Bühne des 200 Personen fassenden Urania-Theaters in Köln-Ehrenfeld. Dort steigt am 13. September die Premiere des Musicals „Sherlock Homes“. Er spielt „Dr. Watson“ an der Seite von Blues-Größe Richard Bargel und Gesangsstar Anna-Maria Kaufmann als „Mata Hari“, die 1990 ihren Durchbruch im Hamburger „Phantom der Oper“ schaffte. Wilcke freut sich: „Wir gehen von Köln aus bundesweit bis August 2020 auf Tournee, eine besondere Herausforderung.“

Da ist körperliche Fitness gefragt – genau wie in der Rolle, die Claus Wilcke bis heute als Markenzeichen begleitet: „Percy Stuart“, der verwegene Millionär, der vor 50 Jahren in 52 Folgen dem ZDF Einschaltquoten von 22 Millionen Zuschauern brachte: „Ich habe damals alles selbst gemacht. Es gab für keine Szene ein Double, ich bin aus dem dritten Stock und durch Scheiben gesprungen“, erinnert er sich. Wilcke arbeitete damals auch noch als Stuntman.

Ein halbes Jahrhundert später sagt er: „Ich bin dankbar für diese Rolle. Die Zeit war natürlich eine andere. Die Menschen haben noch zugehört und sind nicht nur mit dem Handy durch die Gegend gelaufen.“

Sein Handwerk hat Claus Wilcke von der Basis an gelernt: Er begann als Komparse am Theater am Goetheplatz in Bremen, die Marathon-Karriere (600 Serien, 21 Kinofilme, 800 Filme synchronisiert) brachte die unausweichlichen Höhen und Tiefen.

Zum runden Geburtstag standen Reporter Schlange bei ihm. Er hat keinen abgewiesen – den Boulevard bedient er trefflich: „Ich hatte immer schon ein sehr gutes Verhältnis zu den Medien.“ Zu seinen fünf Ehen meinte er: „Einige haben gedacht, ich sei reich.“ Immerhin gibt es ein Anwesen auf Mallorca.

Claus Wilcke ist aber in jüngster Zeit auch sonst in dieser unsteten Berufsgruppe mit unzähligen Menschen am Existenzminium gut beschäftigt – in der RTL-Soap „Unter uns“, bei einer Tournee mit „Arsen und Spitzenhäubchen“ und im „Sherlock Holmes“-Musical. Für große Partys bleibt keine Zeit: „An meinem Geburtstag komme ich aus Köln von der Arbeit nach Hause. Vielleicht gibt es eine Feier mit engsten Freunden“, sagt der ewige „Percy Stuart“ mit seinem markanten, weißen Schal. Er kann das tragen.

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