1. Kultur

Fackellauf in Wuppertal: vom Zoo-Stadion bis zum Berliner Platz

Kunstprojekt : Fackellauf vom Zoo-Stadion bis zum Berliner Platz

„Und in dem Bild sah ich eine Fackel, sah ich eine Flamme, und ich hörte ‚Schütze die Flamme!’“ sagte Beuys in seiner berühmten Rede zur Entgegennahme des Wilhelm-Lehmbruck-Preises 1986, wenige Tage vor seinem Tod. Dieses „Schütze die Flamme“ war für Beuys der entscheidende Impuls, seine „Soziale Plastik“ zu entwickeln, „zur Umgestaltung des sozialen Ganzen“. Die Kunstprojekt „Mobile OASE/Die Wüste lebt!“ nahm diesen Gedanken auf und brachte Beuys‘ Flamme am Freitag (4. Juni 2021) in die pandemische Stadt.

Im Beuysschen Sinne sollte das Projekt den gesellschaftspolitischen Charakter in den Mittelpunkt rücken. Die Aktion wurde als Demonstration angemeldet. Im menschenleeren Stadion am Wuppertaler Zoo wurde eine Fackel entzündet. 20 Staffel-Läuferinnen und -läufer trugen sie über die Wuppertaler Talachse zehn Kilometer lang von West nach Ost. Die meisten von ihnen stammen aus dem Stadtteil Oberbarmen: Junge, Alte, Einheimische und Migranten, Menschen mit und ohne Behinderung, Menschen mit und ohne Prominenz, unter anderem auWuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind.

Im Olympiajahr 2021 kreuzt das Kollektiv Beuys‘ Kunstbegriff mit der Idee des „Schneller-höher-stärker“ und hebt das Pathos, das jedem Fackellauf inne wohnt, auf. Die Staffel-Läuferinnen und -laufer reichten die Flamme weiter und brachten sie aus der „Arena“ auf die „Agora“, den Berliner Platz, dem zentralen Markt-, Aktions- und Begegnungsplatz in Oberbarmen. Auf dem Berliner Platz lief die Performance auf Monitoren als Livestream. Der Fackellauf wurde zudem live auf www.stew.one übertragen

  • Tony Cragg ist Joseph Beuys als
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  • Der WSV (hier Kevin Rodrigies Pires)
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Die „Mobile OASE“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt im öffentlichen Raum, ein Forschungslabor im Quartier. Mit ungewöhnlichen Aktionen unterbricht es seit Jahren die Routinen des Alltags im Osten von Wuppertal und spielt mit den Menschen durch, wie das Leben noch aussehen könnte. Es fragt nach ihrer Expertise des Überlebens, legt Ressourcen und Potenziale frei und inszeniert Begegnungen. Als „Akademie der Straße“ bedient es sich verschiedenster Verfahrensweisen: Intervention, Performance, Dokumentarisches Theater, Fotografie, Oral History, Video, Installation, Stadtspaziergänge, Straßenchor, Karawanen, Live-Sender, Pop-up-Studios, Offene Lesebühnen, Artists Lecture, Hörsaal im Freien. Bilder des Laufs: