Wirtschaftsförderung Wuppertal Der Mittelstand und die Start-up-Szene hatten ein „Match“

Wuppertal · Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen sowie 17 Start-ups aus NRW kamen bei der ersten „Wuppertaler Start-up Night“ zusammen. Im Mittelpunkt standen konkrete Lösungen für die Herausforderungen mittelständischer Unternehmen.

Blick in die 19. Etage des Elberfelder Sparkassenturms während der „Start-up Night“.

Foto: Wirtschaftsförderung Wuppertal

Der Bedarf ist da. Das passende Angebot vielleicht auch. Aber beides muss auch zueinanderfinden. Bei der ersten „Start-up Night“ von Wirtschaftsförderung Wuppertal und Stadtsparkasse Wuppertal deshalb das Matching zwischen Mittelstand und Gründungsszene im Mittelpunkt. 17 ausgewählte Start-ups trafen im 19. Stock des Sparkassenturms auf die lokale Wirtschaft.

Mit dabei waren Firmen insbesondere aus den Kompetenzfeldern Gesundheit, Automotive, Materials und Digital Technology. Zu den Gästen gehörten unter anderem Dr. h.c. Josef Beutelmann (Aufsichtsratsvorsitzender der BarmeniaGothaer), Matthias Laumann (Geschäftsführer der Aptiv Services Deutschland GmbH), Pierre Roth (Geschäftsführer von Bohnen IT) und Markus von Blomberg (Geschäftsführer der mello GmbH). Auch die Netzwerkpartner aus der Bergischen Universität Wuppertal oder dem Technologienzentrum W-tec nahmen teil.

„Wir wollten einen Raum schaffen, in dem aus einem ersten Kontakt möglichst schnell ein konkretes Gespräch über unternehmerische Herausforderungen und innovative Lösungen aus der Gründungsszene werden kann“, sagt Sven Wagner aus der „Start- & Scale-up Unit“ der Wirtschaftsförderung Wuppertal. „Wir haben den Wunsch nach mehr Vernetzung mit etablierten Unternehmen aus der Start-up-Szene aufgenommen und mit der Start-up Night ein passendes Angebot geschaffen.“

Eva Platz (Vorständin der Wirtschaftsförderung Wuppertal) freute sich, dass sich Start-ups aus vielen Teilen NRWs auf den Weg nach Wuppertal gemacht haben, um den lokalen Mittelstand kennenzulernen. Dabei ging es vor allem darum, Potenziale für eine Zusammenarbeit auszuloten.

„Der Mittelstand und die Start-up-Szene können sich gegenseitig sehr viel geben. Etablierte Unternehmen verfügen über langjährige Erfahrung, Marktzugang und effiziente Strukturen. Start-ups bringen neue Perspektiven und innovative Technologien für bestehende Herausforderungen mit. Wenn beide Seiten miteinander ins Gespräch kommen, kann daraus für beide ein echter Mehrwert entstehen“, so Eva Platz.

Sieben Tische, vier Runden, unzählige Gespräche

An mehreren Tischen trafen je zwei Gründerinnen bzw. Gründer auf mehrere Unternehmen. Zudem hatte jeder Tisch einen „Tabel Captain“, der moderierte. Nach 15 Minuten wechselten die Start-ups den Tisch. Insgesamt gab es vier Gesprächsrunden.

Die Teilnehmerinnen und waren im Vorfeld aus zahlreichen Bewerbungen ausgewählt worden. „Uns war es wichtig, Start-ups einzuladen, die passende Lösungen für die Wuppertaler Unternehmen anbieten. Somit ist die Chance, dass eine Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Start-ups stattfindet, viel höher als bei Pitch- oder offenen Networking-Events“, so Wagner. Die Lösungen reichten von Digitalisierung über Robotik und Automatisierung bis hin zu Logistik und Energie.

Für die Gründerinnen und Gründe bot sich bei dem Format die Gelegenheit, ihre Lösungen unmittelbar mit potenziellen Anwenderinnen und Anwendern zu diskutieren. Holger Iborg aus dem Vorstand der Stadtsparkasse Wuppertal sieht in dem Format eine wichtige Ergänzung für den Wirtschaftsstandort: „Ideen sind der Motor unserer Wirtschaft. Aber um erfolgreich wachsen zu können, brauchen sie Menschen, die ihre Erfahrungen teilen, die Sparringspartner sind und die Türen öffnen. Deshalb stellen wir mit der Startup Night die persönlichen Begegnungen in den Vordergrund.“

Wuppertaler Start-ups mittendrin

Dafür reisten die ausgewählten Start-ups u.a. aus Aachen, Düsseldorf und Paderborn an. Auch Wuppertaler Gründer waren natürlich dabei. Am Thementisch für Sicherheit und Infrastruktur saßen zwei lokale Start-ups, die sich auf die effiziente Energieversorgung spezialisiert haben. „Volterica“ präsentierte eine KI-gestützte Plattform, die Energieströme in Industrieunternehmen simuliert. „BMU Energy Consulting“ bietet energiewirtschaftliche Beratung für Unternehmen und Kommunen.

Aus Wuppertal kommen auch digitale HR-Lösungen. Das Wuppertaler „Unternehmen für bessere Arbeit“ stellte sein Matching-Portal für Recruiting vor. „FairUp“ zeigte eine Software, mit der Karriere-Events automatisiert geplant und durchgeführt werden können.

Basis für neue Impulse

Nach dem Event zeigten sich die Start-ups zufrieden. Das Format sei gut kuratiert, weniger statisch als Pitch-Events und die persönlichen Gespräche näher an der Praxis. Dafür habe sich auch der längere Anfahrtsweg nach Wuppertal gelohnt, bestätigte Tim Reuscher von Aachener Startup „aiXopt“: „Gemessen an der Anzahl der Unternehmen, war es eine sehr gute Veranstaltung. Ich habe selten so viele spannende Kontakte von solch einem Event mitgenommen.“

Ob aus den Gesprächen tatsächlich Kooperationen entstehen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Eva Platz warb für Geduld: „Start-ups stehen für Flexibilität und Schnelligkeit, während größere Unternehmen ihre etablierten Strukturen haben und längerfristig planen. Da bitte ich um Verständnis auf beiden Seiten.“ Die Grundlage für neue Impulse sei jedoch geschaffen.